tung wich allmählich einer Betretenheit, die noch von der Ahnung vermehrt wurde, daß Ärgernis hinter ihm läge und nichts anderes ihn erwarten könne als Ärgernis. Der Gang wies einige Krümmungen auf, aber kein Zeichen deutete darauf hin, daß er ein Ende haben könne. Reichmann entzündete im Gehen eine Zigarette. Ärgernis, sagte er bei sich, Ärgernis; er nannte sich einen Narren und gedachte noch einmal der Tage sein Unbebeim Wein, aber unwillig und flüchtig hagen war so groß, daß jeder Selbstvorwurf es ins schlechthin Unerträgliche steigerte.
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In diesem Augenblick hallten vor ihm Schritte, die näher kamen. Also doch, sagte er sich, als bezichtige er sich eines Mangels an Vertrauen: also doch. Der Mann, der ihm im trüben Schein der Lämpchen entgegenkam, trug Hose und Hemd und sah wie ein Arbeiter aus. Reichmann erkundigte sich nach dem Bahnsteig und begegnete einem erstaunten Blick. Die Züge würden nicht fahren, sagte ihm der andere, dem eine Fremdländischkeit die beflissen- höfliche Sprache reizvoll färbte. Italiener, dachte der Maler, oder Spanier. Der Fremde lächelte freundlich und schien keine Eile zu haben. Aber warum fahren die Züge nicht?, überlegte Reichmann verwundert. Ein Jahr vorher hatten die Pariser Verkehrsarbeiter versucht, in den Streik zu treten, und die Regierung hatte Truppen eingesetzt. Inzwischen fuhr der Fremde in suchenden Worten und mit schleifendem Akzent fort, Reichmann zu bedeuten, er sei fast am Ausgang angelangt und habe bis dahin nur noch hundert Meter vor sich. Reichmann dankte und schickte sich an weiterzugehen, als der Fremde hinzufügte, er habe lange in Paris gearbeitet. Diesmal
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