und wartete. Der Regen rann von seinem Mützenschirm, lief in Bächen über sein erstarrtes Gesicht, tropfte von der Nase, sickerte an der nackten Haut
entlang in die Schuhe,
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er stand in strammer
Haltung und rührte sich nicht.
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Als er endlich nach anderthalb Stunden von einem Schreiber hereingerufen wurde, war er so durchfroren, daß er über die Eingangsschwelle stolperte und mit dem Kopf gegen die Wand schlug. Im Büro mußte er seine Personalien zur Eintragung in die Gefangenenkartothek angeben. Während er zähneklappernd, noch ganz benommen, mit scheuer Dienstbeflissenheit Namen, Alter, Heimatort und frühere Parteizugehörigkeit aufzählte, kam der Platzmeister, ein SA- Mann, dem die Handwerkereien unterstellt waren, herein, um sich den neuen Schreiner anzusehen. Mit seinem braunen Lederhandschuh klopfte er sich sorgsam die Regentropfen von Ärmeln und Hosenbeinen und musterte den Gefangenen von oben bis unten.
,, Kannst du einen Sarg zimmern?"
Der Schreiner, dem bei dem Wort ,, Sarg" ein Schrecken durch die Glieder fuhr, zögerte mit der Antwort.
,, Ob du einen Sarg zimmern kannst?"
Jawohl!"
,, In der Arrestbaracke liegt einer von euch.
Eben von Esterwege eingeliefert.
Hirnschlag."
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Plötzlicher
Die Diagnose schien ihm Freude zu machen, und
er fügte lächelnd hinzu:
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