bis vor die Arrestbaracke, wo er seinen Gefangenen mit Hilfe des herbeigeeilten Wachhabenden aus dem Wagen hob und ihn kurzerhand auf den nackten Bretterboden einer der dreißig engen Zellen niederlegte. Er wechselte zwei, drei Worte mit seinem Kameraden, ging wieder hinaus, schlug die Tür des Wagens wie ein Metzger, der sein Fleisch abgeliefert hat, kräftig zu, wendete, scharf zurückstoßend, auf dem Lagerplatz und sauste in schneidigem Tempo über das Moorland nach Esterwege zurück.
Der Gefangene in der Arrestzelle starrte mit verglasten Augen an die Decke. Ein zwei Finger breiter Riẞ klaffte vom Haaransatz quer über die Stirne bis zur Nasenwurzel. Er war seit vierundzwanzig Stunden tot.
Zu der Zeit, in der sich dieser Vorfall ereignete, befanden sich im Lager Börgermoor die Materialverwaltung und die Handwerkereien für alle sechs Lager im Papenburger Bezirk. Die Einliefe rung der beiden Gefangenen, des toten und des lebenden, stand damit im Zusammenhang, denn der Tote sollte im Börgermoor einen Sarg bekommen, und der Schreiner war von der Lagerverwaltung aus Neu- Süstrum angefordert worden, weil im Börgermoor Mangel an gelernten Schreinern herrschte.
Zehn Minuten vor fünf Uhr, als die Moorsoldaten singend, mit geschultertem Spaten, von der Außenarbeit einrückten, stand der Schreiner noch immer, steif wie ein Zaunpfahl, vor der Kommandantur
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