achten, in die gegenüberliegende Kantine, um seine erfrorenen Glieder zu wärmen.
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ohne Mantel
vor der Kom
Indessen stand der Gefangene und durchnäßt bis auf die Haut mandantur und wartete. Das Lagerleben ging seinen gewohnten Gang weiter, Angehörige der Wachmannschaft überquerten eilig den Platz, um ins Trockene ihrer Wohnbaracken zu kommen, der vermummte Posten am drahtvergitterten Eingangstor stampfte auf und ab, um vier Uhr trottete die Ablösung vorbei, kein Mensch kümmerte sich um den frierenden Gefangenen.
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Während er so allein und unbeweglich im Regen stand, in der rechten Hand einen aufgeweichten Pappkarton, der seine Habseligkeiten enthielt, die linke Hand an der nassen Hosennaht, Kopf und Augen unverwandt auf die Türe der Kommandantur gerichtet, wurde der zweite Gefangene aus Esterwege eingeliefert.
Er kam nicht zu Fuß, wie der Neu- Süstrumer, sondern in einem geschlossenen, blaulackierten Lieferwagen, den die SS - Männer in den Märztagen 1933 einem Konsumverein abgenommen hatten.
Der Gefangene aus Esterwege mußte auch nicht wie der aus Neu- Süstrum vor der Kommandantur warten. Der Chauffeur des Wagens, ein hünenhafter SS- Mann in schwarzer Lederuniform, sprang vom Sitz, lief in die Baracke und kam schon nach zwei Minuten zurück. Im Herauslaufen gab er dem Posten am Tor ein Zeichen, daß er ihm öffnen solle, ließ den Wagen anspringen und fuhr direkt ins Lager
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