Druckschrift 
Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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tapferen SS - Männer, die ihren Mut weniger an der lebensgefährlichen Front, sondern lieber an wehr­losen Häftlingen bewiesen, begannen damit, sich häuslich einzurichten.

Im Elsaß standen ja zahlreiche Wohnungen leer. Die ,, deutsche Bevölkerung" dieses gesegneten Lan­des hatte eben zum Teil vor ihren Landsleuten die Flucht ergriffen. Diese Wohnungen wurden nun durch Häftlinge hergerichtet und sollten von SS­Chargierten mit Frauen und Kindern bezogen wer­den. Alle verfügbaren Handwerker unter uns wur­den in Bewegung gesetzt, Maurer, Zimmerleute, Ma­ler, Dachdecker usw. Dabei blieb es natürlich nicht aus, daß wir mit Zivilisten zusammenkamen, ein Fall, den sonst strenge Verbote ausschlossen. Aber hier ging das gar nicht anders.

Ich wurde, während ich gleichzeitig Schriftenmaler blieb, zeitweise einem Malerkommando zugeteilt oder bekam auch hin und wieder ein selbständiges Kom­mando. Es kam nun ganz darauf an, wer uns als Postenführer zugewiesen wurde. War der Mann ver­nünftig oder egoistisch genug, ein oder vielleicht auch beide Augen zuzudrücken, dann hatten wir be­stimmt einen guten Tag. Die Bevölkerung beobach­tete uns ganz genau und wartete nur auf unser Zei­chen, um uns mit Weißbrot, Speck, warmem Essen, Zigaretten und Wein zu versorgen. Natürlich gaben wir an den Postenführer und seine Wachmannschaf­ten ab, damit sie ruhig blieben. Es war rührend, wie sich Frauen und Kinder bemühten, uns ihre Sym­pathie und Hilfsbereitschaft zu beweisen, wie sie oft,

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