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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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Christliche Zuhörer!

Was muß doch unser Leben Heiliges sein, was muß doch unsere Seele Köstliches sein, las ich mal in einem Buche von Röck, daß Jesus dafür Mensch geworden ist, leidet und stirbt! Ja, das ist so, je mehr man sich in die Wahrheit dieser Worte hineinversenkt, um so größer wird die Sorge um die uns anvertrauten Menschenkinder. So war es auch bei Euren Seelsorgern, deshalb dachten sie an nichts mehr, als an das Wohl und Wehe all derjenigen, die ihnen anvertraut waren. Das äußerte sich sogleich bei der ersten Begeg­nung, sie sprachen, der eine in dieser, der andere in jener Weise: ,, O, Herr Pfarrer, nehmen Sie sich doch der Männer und Jungmänner an, die aus der Seelsorgstunde heraus mit uns verhaftet sind, da­mit sie nicht Schaden leiden an ihrer Seele. Wir wollen gerne auf Vorteile verzichten, wenn da­durch dem Wohle der uns anvertrauten Jung­männer gedient wird." Das Wohl und Wehe dieser Männer schien ihnen ihrer Meinung nach in Ge­fahr zu sein, da in Lübeck gesagt worden sein sollte, die Seelsorger hätten unklug gehandelt, sie hätten darum sich und anderen dieses Unglück bereitet, sie hätten auch wie die anderen Priester schweigen sollen. Das ist wohl eine ihrer größten Seelenqualen gewesen. Sie wußten, aus welchem Grunde sie so gehandelt hatten. Sie waren sich darüber klar, dass sie vor Gott und ihrem Ge­wissen verpflichtet gewesen waren, die ihnen von Gott anvertraute Jugend vor den Irrtümern der

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