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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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sein pflegt. Ich wollte herausgehen, als mir ge­sagt wurde, es seien kurz vorher katholische Priester eingeliefert worden, aber sie dürften nicht besucht werden; doch auch hier machte es die Vor­sehung Gottes möglich, daß ich auf Umwegen zu ihnen kam. Es gibt, das wißt Ihr, Erlebnisse, von denen man meint, daß sie ewig unvergeßlich wären. So war es auch bei dieser ersten Begegnung. Zuerst kam ich in die Zelle Eures Kaplans Prassek. Ich hatte kaum die Zellentür auf­geschlossen, ich stand noch in der halbgeöffneten Tür, als der Kaplan mir entgegeneilte, in die Arme fiel, in Tränen ausbrach und sagte: ,, Benedictus, ,, Deo gratias, qui venit in nomine Domini!" Gott sei Dank dafür, nach so langer Zeit wieder mit einem Mitbruder zusammen sein zu dürfen, einen katholischen Priester wieder bei sich zu haben!" Nachdem ihn die Freude des brüder­lichen Wiedersehens wie trunken gemacht hatte, faßte er sich wieder und bat mich, ihm am anderen Morgen die heiligen Sakramente zu spenden. Dann besuchte ich Vikar Lange. Er empfing mich seiner verstandesmäßigen Veranlagung ge­mäß ruhig, aber innerlich ganz bewegt mit den Worten: Die heilige Theresia vom Kinde Jesu , meine Vertraute im Himmel, hat es veranlaßt, mir einen Mitbruder zu senden, nach welchem ich mich aus der Zelle heraus so lange und so sehr gesehnt habe. Kann es wohl eine größere Qual für einen Priester geben, als wenn er monatelang von seinen Mitbrüdern gewaltsam getrennt ge­

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