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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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Ich habe Hunderte von Männern und Frauen im Laufe der letzten Jahre für die Hinrichtung vor­bereitet und zum Schafott begleitet. Jeder solcher Vorgang, glaubt es mir, war physisch fast uner­träglich und seelisch über alle Maßen schmerz­voll. Aber dieses bittere Weh wurde himmlisch verklärt durch die große Freude darüber, daß alle diese Hunderte ohne Ausnahme tiefgläubig sich auf den Tod vorbereiteten und auch tiefgläubig gestorben sind. Ich habe nicht nur die Hoffnung, sondern auch die feste Überzeugung, daß sie ein­mal bei dem frohen Wiedersehen, das sie mir beim Abschied wünschten, ein ,, Deo gratias" singen werden in alle Ewigkeit, weil sie mit Hilfe der Gnade Gottes und auf die Fürbitte der Heiligen so tiefgläubig und selig sterben durften.

Christliche Zuhörer!

Doch viel tiefer, im Innersten aufgewühlt, und er­schüttert war ich, als ich meine lieben Mitbrüder und Eure Seelsorger in derselben Weise betreuen mußte. Könnt Ihr mir das nachfühlen? Stellt Euch einmal vor, was es hieße, ein Priester solle seinen eigenen Bruder zum Blutgerüst begleiten und ihn darauf sterben sehen. Müßte sich dann nicht wiederholen, was wir bei dem Liede empfinden: ,, Christi Mutter stand in Schmerzen bei dem Kreuz und weint von Herzen, als ihr lieber Sohn da hing!" Ja, christliche Zuhörer, so war mir ums Herz vom ersten Augenblicke an, in welchem ich mit Euren Seelsorgern nach ihrer

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