Druckschrift 
Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen

ihn, dazu war er innerlich zu stark und gefestigt, nein, das Wissen um die verlorengegangene Ehre und Freiheit drohte ihn umzuwerfen. Und nicht zuletzt war es die tiefe Trauer um sein Volk, das er rettungslos dem Abgrund entgegensteuern sah. Das war nun mein Vater! Im gestreiften Sträflings­anzug und schweren Holzpantoffeln saß er vor uns, den Kopf in beide Hände gestützt, düster, ja bei­nahe mit schwarz- dunklem Blick vor sich hinstar­rend ,,, Fragt nicht nach meinem Ergehen", war sein erstes Wort an uns. Wut und Haß gegen die Menschen, die dieses verschuldeten, ergriff mich. Doch was half mir mein Fäusteballen, mir, die ich machtlos und stumm dies Unrecht mitansehen mußte?! Nie vergesse ich den Augenblick, da uns der Wärter allein ließ und da mich mein Vater fragte: Wie steht es mit Deutschland ? Hat es sich noch nicht erhoben, um die Fesseln der Knechtschaft von sich zu werfen?" Was hätte ich da drum geben mögen, ihm antworten zu können: Ja, Deutschland ist erwacht, es wird sich und damit Dich befreien!" So aber mußte ich verneinend den Kopf schütteln. Da erschrak ich vor der abgrundtiefen Trauer und Enttäuschung in seinem verdüsterten Auge. Und zum ersten Male in meinem Leben tauchte mir die Frage auf: War es dies Volk überhaupt wert, daß sich das geliebte Leben meines Vaters dafür zu Grunde richtete? In meiner Not wollte ich ihm zureden: Leugne doch und widerrufe! Doch da kam der Beamte zurück, und mein Mund schloß sich wieder.

90

Es war gu feigen Ge

Mein Vat rief nicht, als daß e für wurde Ich war

jahr 1943

es war f meinen meinen A schaft vo gekerker Im Arbei fürchtete

näher zu

worden,

hatte. E

bevor m wurde, d

sollte A

mir, als sein. Ich

immer,

und zu krieg he

war von

urteil tr daran so Fesseln

Vorwurf