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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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fängt zu zittern und zu beben, und so war es auch bei unserem Vikar Lange, als ich zu ihm in die Todeszelle kam.

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Ich habe ihn sofort in meine Arme genommen und an mein Herz gedrückt. Einige Augenblicke ver­harrten wir in aller Stille, ohne etwas zu sagen. Die Herzen sprachen zueinander von dem, was in unserem Innern vor sich ging. Dann beteten wir. Er faßte sich und fing an zu sprechen. Zunächst sagte er: Was ist es doch für ein großer Unter­schied! Heute wollte gerade mein langersehnter Bruder kommen, den ich von ganzem Herzen liebe, und an seiner Stelle ist der Tod gekommen, der mich nachher mitnehmen will in die Ewigkeit. Der liebe Gott hat meinen Wunsch nicht erfüllt, aber sein Wille soll auch hier in Erfüllung gehen." Wie groß mögen wohl seine Qualen in diesem Augenblick gewesen sein! Wenn der Heiland von Todesqualen spricht, ja wenn ein Engel vom Him­mel kommen mußte, um ihm Kraft und Stärke zu bringen, kann es dann einem Menschen anders ergehen, der in derselben Weise nach Golgatha gehen muß, um in schmachvoller und ungerechter Weise zu sterben.

Es hat mir leid getan, ihm die letzten Stunden seines Lebens nicht ganz gehören zu können. Ich mußte noch sieben andere an diesem Abend auf den Tod vorbereiten. Er konnte auch schon allein fertig werden. Nachdem ich ihm gesagt hatte, er möge in meiner Abwesenheit seinem Bischof, seinen Eltern und seinem Dechanten schreiben,

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