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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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hast, auf daß sie eins seien, so wie wir." Und dann fügte er hinzu: ,, Daran wird die Welt er­kennen, ob ihr euch wahrhaft liebt, daß ihr eure Mitmenschen, eure Seelsorgkinder, liebt!" cf. Joh. 17, 11.

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Vikar Lange war voll Sorge um seine ihm an­vertrauten Seelsorgkinder. Er hing mit der größten Liebe an seinen Verwandten und Landsleuten. Darum war das Erste, um was er mich bat, die Sorge um seine Seelsorgkinder. ,, O, Herr Pfarrer," so sagte er ,,, nehmen Sie sich doch der Männer und Jungmänner an, die mit mir verhaftet sind, weil sie in meine Seelsorgstunde kamen, damit sie keinen Schaden leiden an ihrer Seele. Ich will gerne auf Vorteile, die Sie mir bieten können, verzichten, wenn Sie dann besser dem Wohle der mir anvertrauten Menschenkinder dienen könn­ten." Er hatte gehört, es würde ihm wohl zum Vorwurf gemacht, seine Seelsorgkinder, seine Männer und Jungmänner, durch Unvorsichtigkeit. in das Unglück gebracht zu haben. Das ist eine der größten Seelenqualen für ihn gewesen. Er hätte auch schweigen können, wie andere Priester geschwiegen haben, aber er war sich klar darüber, daß er vor Gott und seinem Gewissen verpflichtet gewesen sei, die ihm anvertraute Jugend vor den Irrtümern der letzten Jahre zu bewahren und ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben hat er deshalb diese seine heilige und ernste Pflicht erfüllt. ,, Eine größere Liebe hat niemand, als die ist, daß jemand sein Leben für seine Freunde hingibt." Joh. 15, 13.

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