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Wo seine Zeugen sterben, ist sein Reich : Briefe der enthaupteten Lübecker Geistlichen und Berichte von Augenzeugen / zsgest. von Josef Schäfer
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mich der Vikar ruhig und würdevoll, seiner ver­standesmäßigen Veranlagung entsprechend, aber tief innerlich bewegt umarmte und sagte:, Pax tecum, der Friede sei mir Dir! Die heilige Theresia vom Kinde Jesu , meine Vertraute im Himmel, hat mir geholfen. Sie hat veranlaßt, daß ein Mit­bruder zu mir kommt, nach welchem ich mich aus der Zelle heraus so sehr gesehnt habe." ,, Kann es wohl eine größere Qual für einen Priester geben, als wenn er monatelang gewaltsam von seinen Mitbrüdern getrennt gehalten wird!"

Christliche Zuhörer!

Zusammengehörigkeitsgefühl,

wovon

Könnt Ihr wohl erraten, was mich bei dieser ersten Begegnung am meisten ans Herz packte? Es war das echt brüderliche in Christus begrün­der dete teure Verstorbene erfüllt und durchdrungen war. Deshalb konnte er sich auch so von Herzen freuen, wenn ihn während der Haftzeit ein Priester be­suchte. Deshalb freute er sich auch, als sein Pastor, der Dechant Bültel, eines Tages kam, um seinen Hilfsgeistlichen noch einmal zu sehen und zu sprechen. Und dieses sein echt priester­liches Fühlen und Empfinden kam erst recht zum Ausbruch, als ich ihm eines Tages sagen konnte, sein Bischof, der hochwürdigste Herr von Osnabrück , hätte vor, ihn zu besuchen. Der Bischof kam, er kam sogar zu ihm in seine Zelle. Ich mußte dabei sein. Ja, christliche Zuhörer, trotz­dem ich dabei war, vermag ich diese Augenblicke

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