weiter tun... Möglich, daß es für uns alle schwerer wird als bisher. Es ist gut, daß wir die Zukunft nicht durchdringen und nicht vor wissen können, denn dadurch müssen wir als lebendige Menschen um so notwendiger wachsen an inneren Seelenkräften und an vertrauender Hingabe. Schließlich steckt auch eine echte Wahrheit in Rilkes Sätzen über die Fruchtbarkeit von Zeiten der Trauer. Ich erwähne sie im Hinblick auf Eure Bemerkung über den oft ,, mangelnden Sinn dunkler Stunden":
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, Wäre es uns möglich, weiter zu sehen, als unser Wissen reicht und noch ein wenig über die Vorwerke unseres Ahnens hinaus, vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist."( Briefe an einen jungen Dichter.)
Ich lese zur Zeit Newmans Geschichte seiner religiösen Entwicklung( Apologia) und kann wiederholen: Alles, was er denkt und schreibt, erscheint mir wertvoll und Gewinn. Dann kommt Hui zinga ,, Erasmus" an die Reihe, worauf ich mich schon im voraus freue, weil er unter den Humanisten des 15. und 16. Jahrhunderts eine geistige Mitte zwischen Tradition und Neuschöpfung vertrat. Ihr müßt bei Euren historischen Studien darauf gestoßen sein. Mit Euch gedenke ich all derer, die vom Leid getroffen sind Vater.
Ich kann mir Eure Lage und alle Sorgen vorstellen. Wenn ich Euch nur einen Teil davon abnehmen könnte! Ich verstehe auch, daß Eure nun seit Jahr und Tag ununterbrochen beanspruchten Nerven zur Zeit eine schwere Belastungsprobe durchmachen. Und doch, seid gewiß: Ihr werdet sie bestehen, wenn mit der wachsenden Gefahr Euer Gottvertrauen zunimmt, denn solches Vertrauen allein vermag uns aufrechtzuhalten, und gerade dann, wenn unsere nur zu begreiflichen Wünsche unerfüllt bleiben, das Gegenteil eintritt und alle sonstigen Stützen brechen. Schließt, bitte, diese Erkenntnis etwas stärker in Euer Denken und Fühlon
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