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wie sie hingerichteten
zugleich der mit einer sozialen Wirklichkeit, die keineswegs dem Ideal sozialer Gerechtigkeit und dem Gemeinwohl entspricht, wie es gesehen und formuliert ist in den Soziallehren der Kirche. Die auf die Verwirklichung der kirchlichen Soziallehre aus den sozialen Enzykliken der Päpste spricht Energien kirchlich gesinnter Menschen genügen noch in keiner Weise der Aufgabe. Die kirchlich- religiöse Menschenführung bedarf einer weiteren Durchdringung mit dem Geiste gestaltender Sozialarbeit aus den Tiefen des Christentums.
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Es wäre ein Verhängnis, wollte man sich in dem Augenblick, wo Entscheidungen von unerhörter Tragweite sich vorbereiten und wo Klerus und Kirchenvolk zur Mitarbeit am Rettungswerk christlicher Kultur aufgerufen sind, auf den Kirchenraum, aufs ,, innerste Heiligtum" zurückziehen. Wo der Nationalsozialismus hin kam, hat er versucht, die Kirche dahin zu zwingen. Man mache aus der Not keine Tugend, noch eine neue Ideologie der Seelsorge! Die Kirche kann in keinem Fall aus der ihr aufgegebenen Verantwortung, für alle Bereiche der Gottes schöpfung durch religiös- sittliche Grundsätze zu wirken, entlassen werden und keine andere Instanz kann ihr diese Verantwortung abnehmen. Die Mahnung des Heiligen Vaters Pius XII. in seiner Ansprache an die Pfarrer und Fastenprediger der Stadt Rom ( die Privataudienz fand zu Beginn der Fastenzeit 1946 statt) ist geeignet, jedweden Zweifel hierüber auszuschließen.
Und es besteht der Satz des bekannten Soziologen G. Gundlach zu Recht, niedergeschrieben in schwerer Zeit der Bedrängnis der katholischen Kirche in Deutschland : ,, Nicht in konkordatären Abmachungen ist zuletzt, menschlich gesehen, das Leben der Kirche gesichert, sondern im einsatzbereiten und aufgeweckten Volk der Gläubigen das ist die Kirche auch." Das Schicksal
des orthodoxen Schismas mag eine Warnung sein!
Es gilt, ein mündiges Kirchenvolk im echten Pluralismus eines lebendigen Verbandswesens zur Mitverantwortung zu erziehen!
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