Arme. SS läßt geschehen. Alle denken das gleiche: die ersten, die man auf die Seite schafft...
Wir warten vor dem Tor und staunen: da stehen ja deutsche Generäle, von Falkenhausen, der einstige Militärgouverneur von Belgien und Nordfrankreich, in Uniform; und englische, griechische und italienische Offiziere und Generalstäbler, alles Häftlinge. Interessant!
Wir zwängen uns in die Wagen. Was heißt Schemel , was heißt Bank? Der eine hält den anderen. So geht's in die Nacht hinein. Wohin? Wenn man es wüßte! Es ist stockdunkel. Unsere Gedanken wandern mit dem Gebrumm der Motore... Bei einer Wegbiegung mitten in der Nacht kennt sich einer der Bayern aus. Wir fahren über Rosenheim - Kufstein , Richtung Innsbruck .
25. April
Ein bleicher Morgen dämmert aus dem Sprühregen auf. Es trieft. Stacheldraht. Ein Lager. Wir halten. Das Durchgangslager und die Gestapozentrale Innsbruck . Wir kommen unerwartet. Man verhandelt. Wir warten. Endlich aussteigen. Da stehen wir im Regen. Im Lager erwacht das Leben. Hinter vergitterten und mit Stacheldraht vernagelten Fenstern schauen schmale, übernächtigte Gesichter uns entgegen, teils Männer, teils Frauen. Eine Abteilung Kriegsgefangener, Slovenen der Sprache nach ,. ziehen schweigend an uns vorüber. Man reicht uns eine Sitzbank. Was sollen wir hier? Manche rechnen schon mit einem Genickschuẞ. Um 9 Uhr erhalten wir ein Stück Brot und Wurst. Also Vertrauen! Die Stunden schleichen dahin. Mutter Natur hat Erbarmen mit uns und hat den Schleier vom Bild ihrer schönen Welt weggezogen. In strahlender Schönheit türmen sich vor uns die Bergketten. ,, Sehen Sie", bemerkt der Bischof ,,, die wunderbare Welt da droben ist Gottes Werk, was uns hier unten umgibt, ist Menschenwerk." Am Abend dürfen wir in der einen Baracke unsere Betten bauen.
26. April
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