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Leben auf Widerruf : Begegnungen und Beobachtungen im K. Z. Dachau 1941 - 1945 / Joseph Joos
Entstehung
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Nur in einem Fall durfte ein aus dem Lager freigegebener Priester wieder zurück in seine Pfarrgemeinde.

Warum hat man die Geistlichen trotzdem im Lager zu Dachau und in gesonderten Baracken gesammelt und einem Teil von ihnen ( praktisch gesprochen allen außer den Polen ) einen Kapellenraum zur Verfügung gestellt? Man würde fehlgehen, wollte man an­nehmen, daß dabei irgendeine Art von dunkel gefühltem Respekt vor religiösen Werten oder vor der Person der Geistlichkeit mit eine Rolle gespielt haben könnte. Dem ist wirklich nicht so. Die Absonderung hatte den Zweck, jedwede religiös- kirchliche Beein­flussung der Gefangenen durch die Geistlichen zu verhindern.

Der Priesterblock galt als gesperrt. Das Betreten dieser Baracke war verboten, der Zugang durch einen Drahtzaun von der Lagerstraße getrennt. Die Geistlichen waren, bis auf die ,, block­fremden" Aufseher, die sie umgaben, ,, unter sich". Erst als sich bereits die Abendschatten über das Dritte Reich herabsenkten, gewährte man den Priesterblocks Verwaltungspersonal aus eige­nen Reihen. Nach den ausgezeichneten Erfahrungen mit dem Münsterländer Friedrichs als Blockältestem wird man in der Lagerführung vielleicht bedauert haben, es nicht schon früher ge­tan zu haben!

Für die Ausgestaltung des Kapellenraumes auf dem Block 26 hatten die Priester selber zu sorgen. Einige Ausstattungsstücke stellte das Generalvikariat München , und ein gewisses Interesse bekundete die in Häftlingskreisen verschrieene Schwester Pia Trägerin des Blutordens, und hochgeachtet bei Hitler und Himm­ler, ein aus Sentimentalität und Unweiblichkeit zusammengesetztes psychologisches Rätsel. Sie scheint sich der Illusion hingegeben zu haben, durch die Gewährung von Kapelle und Gottesdienst­möglichkeit könnte man die Stimmung unter der Geistlichkeit zu­gunsten des Nationalsozialismus beeinflussen.

Ueberraschend schnell improvisierten die ,, Dachauer" alles, was

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