Wir müssen siebzig mal siebenmal verzeihen, denn unsere Religion ist eine Religion der Erbarmung. Aber wir müssen auch darüber wachen, daß das Salz nicht schal wird, und unser Licht muß leuchten in seiner ganzen Reinheit, damit die Seelen nicht geärgert werden und sie in ihr die göttliche Tugend, Christus erkennen.
P. Dillard
Bis 1941 waren im KZ. Dachau vorwiegend und in größerer Zahl ( über 2000) polnische Geistliche untergebracht, von denen wohl die Hälfte dahinstarb. Reichs- und volksdeutsche, luxemburgische, belgische, holländische und tschechoslowakische Priester und Pfarrer( katholisch, evangelisch, orthodox) wuchsen an Zahl nach und nach. In dem Maße, wie die Gestapo ihre Operationsgebiete ausweitete, folgten in zeitlichen Abständen Jugoslaven, Franzosen, Griechen, Italiener und Ungarn . Ende April 1945 mag die Zahl der Geistlichen im Kl. Dachau noch an die 1500 betragen haben. Davon waren rund 800 Polen , etwa 350 Deutsche , zirka 120 Franzosen, ¹) Die meisten waren katholische Geistliche. Nur 62 gehörten nicht zur katholischen Kirche , darunter 27 reichsdeutsche Pfarrer. Die meisten der letzteren waren leitende Männer der Beken
1) Nach Mitteilungen des Vatikansenders wies die letzte Standesmeldung vor der Räumung des KZ Dachau am 15. 3. 1945 nachstehende Ziffern auf( die sich offenbar nur auf katholische Geistliche beziehen): 1493 Priester aus 144 Diözesen von 25 Nationen der Welt und zwar: Reichsdeutsche 261, Oesterreicher 64, Volksdeutsche 19, Reichsdeutsche auf Widerruf 9, Lothringer 1, Luxemburger 8, Staatenlose 6, Polen 791, Franzosen 122, Tschechen 73, Holländer 38, Belgier 34, Italiener 29, Jugoslaven 19, Ungarn 4, Litauer 4, Dänen 3, Griechen 2, Kroaten 2, Schweizer 2. An Amerikanern, Engländern, Russen, Norwegern, Rumänen, Spaniern, Ukrainern je 1.
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