die Häftlinge am Abend der Arztmeldung und der Aufnahmekontrolle Heidens.
Die Oedeme - und Phlegmonekranken, die mit Furunkulose und sonstigen noch nicht bestimmbaren Erkrankungen kamen auf Revierblock 3 zu Max. Dieser Pfleger der Station war früher Polizist, ein Krimineller, verkommen und mit ausgesprochen sadistischen Neigungen. Drei Säle unterstanden ihm, verschiedenen Stadien der Erkrankungen gemäß. Auf 3/3 waren die nicht mehr interessanten Fälle, die Aufgegebenen. Max warf je nach Gutdünken seine Kranken dahin und dorthin. Er schlug zu und hätte sich, wie von Sinnen, in eine Raserei des Schlagens hineinverbissen, wenn nicht Hilfspfleger Alois Ullmann, ein sudetendeutscher Sozialdemokrat aus Aussig , ihm in den Arm gefalien: ,, Max, jetzt hörst Du auf, oder?".. und Max war so feige wie grauMusiker unter den Patienten mußten zu seiner Ehre und Eitelkeit spielen, möglichst sentimentale Weisen. Besonderer Zeitvertreib war für ihn das Spiel mit Hüpling, dem polnischen Lehrer, dem ein Bein abgequetscht war und der an einer Krücke humpelnd auf sein Kunstbein wartete. Hüpling muẞte sich in den Gang stellen, und Max bewarf ihn so lange mit Kartoffeln, mit Blechtellern und sonstigem Eßgeschirr, bis es ihm, auf einem Bein hüpfend und den Geschossen ausweichend, gelungen war, sich unter die Betten zu verkriechen. Abends wollte Max Frauenabenteuer erzählt haben. Er selbst schilderte in zynischer Offenheit seine Betrügereien. Er ist im Dezember 1941 entlassen worden. Sein Vater war ein rabiater Pg.
sam.
Bei diesem Pfleger lagen die Wassersüchtigen mit aufgeschwollenen Gliedern und Glotzaugen. ,, Trinkt nicht soviel!" rief ihnen ein wohlwollender Kamerad zu. Sie schlürften weiter die undefinierbare braunschwarze Brühe und die kraftlosen Wassersuppen. , Warum nicht wenn man's haben kann?" Nichts zu machen. Die eiternden Wunden von Phlegmonekranken, Wunden an Fuß, furchtbar. Dazwischen Bein, Schenkel, Brust, Rücken, Nacken die mit Furunkulose!
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