sem Gestapo - Mann menschliche Züge zu entdecken vermochte und sich dabei nicht geirrt hat. Swida ist im November 1945 in München von jungen Russen, ehemaligen Dachauer Häftlingen, erschlagen worden tragisch, denn er hat in zahlreichen Fällen russischen Gefangenen geholfen. Seine impulsive Art mag ihm in seiner Eigenschaft als Stubenältester auf 17/4 manche Feindschaft eingebracht haben. Sie erklären diese Mordtat nicht. Die Täter blieben unerkannt, da die Ortsbehörde der Angelegenheit nicht nachging.
Dem Kriegsverlauf entsprechend folgten die Luxemburger, die Holländer und die Belgier. Diese, dem westlichen Kulturkreis angehörenden kleinen Länder, stellten in ihren Repräsentanten nicht so sehr viele, aber in ihnen entschieden ausgeprägt, jenen Sinn, Hang und Drang zur unabhängigen Persönlichkeit. Das Kriegsschicksal hat ihr Nationalgefühl unerhört gestärkt. Sie waren sprachkundig und sofort brauchbar in Lagerstellen. Während die Holländer unter anderem Geistliche, Gelehrte und interessante Musiker stellten, so die Belgier in dem Jesuiten P. Dekoningk einen ebenso glühenden Patrioten wie vitalen Volksmann und Gelehrten. Sie besetzten auch, gleich den Luxemburgern, Pflegerstellen im Revier mit durchweg ausgezeichneten Leuten, wobei Arthur H. besonders genannt zu werden verdient.
Das kleine Luxemburg war von der Gestapo reichlich bedacht. Luxemburger in Dachau aus allen Volksklassen! An Intellektuellen der hoch in den Sechzigern stehende Präsident der Luxemburgisch- französischen Schriftstellervereinigung Marcel Noppeney , dessen reichhaltige Bibliothek und selten kostbare Sammlungen in Schloß Bofferdange von der Besetzungsmacht verschleppt worden sind. Der Ingenieur Dr. W., dem das bekannte Spottgedicht ,, Wenn wir den Krieg gewonnen hätten" zum Verhängnis wurde, eigentlich nur durch den saloppen Schluß: ,, Zum Glück gewinnen wir ihn nicht." Abbé Jules Jost, dem es gelungen war, in der politischen Abteilung einen Vertrauensposten zu verwalten- blieb ein nie versagender Nothelfer, Eine Gruppe jugend
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