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von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen— aus Gründen der „politischen Moral’, wie sie sagten. Ein Häftling von politischer Ehre lasse sich von der SS dazu nicht kommandieren.
Daß die„Pfaffen”, wie SS -Leute ausstreuten, die schlechte Fre- quenz dieser Lagereinrichtung, die nur den reichsdeutschen Häft- lingen zugänglich war, verschuldet, ist erfunden Sie hatten dar- auf keinen Einfluß. Wir aber wissen, daß auch altangesehene poli- tische Häftlinge, abseits von christlich-sittlicher Moralauffassung, die selbstverständlich dagegen war, die Parole durchgaben, und mit Erfolg. Was erhoffte die Lagerleitung von dieser Einrichtung? Sie sagte: Erhöhung der Arbeitsfreudigkeit und meinte sicher Ab- lenkung des politischen Instinkts und Ablenkung vom widernatür- lichen Laster im Lager. Weder das eine, noch das andere
ist erreicht worden.
Auf dem Dach stand es breit: Sauberkeit und Ehrlichkeit seien
Wege in die Freiheit. Das Gebaren der SS im Lager stand jeden-
falls im Widerspruch zu der Tugendreklame auf dem Dache der Lagerküche. Sie kochte in anderen Töpfen. Wo nur rohe Kräfte
sinnlos walten, wo jeder geistig-sittliche Wert verlacht und ver-
spottet wird, da ist die Lüge zu Hause; da treibt Korruption ihre Sumpfblüten. Kaum ein SS-Mann, der sich nicht der Häft- linge bediente, um sich einen Vorteil zu verschaffen, wobei es nicht bloß um die Zigarette ging.„Schwarz bestellt”, mit„schwarz organisiertem Material, in„Schwarzarbeit” hergestellt: Möbel- stücke, Schuhzeug, Wäsche, Kleider, Luxusgegenstände aller Art. In der Desinfektion versteckt arbeiteten monatelang einige Stroh- flechter kunstvolle Hausschuhe für Damen von SS -Führern. War Besuch in Sicht, verschwand die Werkstatt in einem Geräteraum hinter alten Schränken. Ein Feinmechaniker, Berliner Ingenieur,
hatte wochenlang zu tun, um Schachfiguren aus Stahl, Kunst- werke in ihrer Art, anzufertigen.
gleich Stapelplatz für derwaren, Wäsche,
in Ballen, fertige Garderoben, Seiden- und Le
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