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Leben auf Widerruf : Begegnungen und Beobachtungen im K. Z. Dachau 1941 - 1945 / Joseph Joos
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wolle. Da diese den wirklichen Lebensgesetzen und-Notwendig­keiten grob widersprechende Anleitung in ihrer Anwendung per­manent Bankrott machen mußte, verlor sich das Opfer der fal­schen Propaganda vollends im Unwirklichen.

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Praktisch genommen war das Tun dieser sich austobenden und strafenden SS von einer letzten Unwahrhaftigkeit durchwirkt. Selbst da, wo die Lust zur Bosheit, zur Grausamkeit, zur Miẞ­handlung eine Hemmung und eine Grenze fand, bestand sie ledig­lich in der Ueberlegung, daß es ,, herauskommen", daß man ,, etwas davon erfahren könnte". Mißhandeln, Vernichten, Töten, wenn es geht aber insgeheim, verschwiegen, unfeststellbar. Es sollte nichts nach außen dringen. Die schier unbegreifliche Unkennt­nis eines Großteils der deutschen Oeffentlich­keit über die Vorgänge in den KZ findet in diesem Tatbestand eine gewisse Erklärung ¹). Manch einer im KZ ward schon dadurch von der SS - Ueberwachung geschont, übergangen, gerettet, weil irgendwer war es im neutralen Ausland, um so wirk­samer seinen Namen im Zusammenhang mit dem KZ genannt hatte. Nun hieß es für die SS von oben bis unten aufpassen und vorsichtig sein. Selbst der Umstand, daß ein Häftling regelmäßig Post von Angehörigen erhielt, konnte ein schützendes Moment für ihn sein. Umgekehrt: Wehe den Unbekannten, den Vergesse­nen im KZ! Sie waren in ihrer Verlorenheit ein steter Anreiz! Daher die besondere und stete Gefährdung der NN-( Nacht und Nebel) Häftlinge. Denn von ihnen wußte niemand und konnte

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1) ,, Auch die in der Umgebung von Dachau lebenden haben nie­mals Zutritt zum Lager Dachau gehabt und von den dortigen Zu­ständen nichts gewußt. Die Wächter, die in Urlaub gingen und die Insassen des Lagers, die im Laufe der Jahre entlassen wurden, mußten sich unter Androhung der Todesstrafe verpflichten, nicht das geringste auszusagen. Jedes Wort der Kritik oder jede Aus­sage über Verhältnisse im Lager wäre mit der Einlieferung in Dachau und einem grausamen Tod beantwortet worden." Kardinal Faulhaber, Erzbischof von München , in ,, Pastoralen Richtlinien" an seinen Klerus, gegeben Mitte Juni 1945.

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