zu kommen... dann, vielleicht!" Seltsame Umstände bewirkten, daß das letztere eintraf. Wir hören davon an anderer Stelle.
Als ich nach reichlich acht Monaten wieder dem ,, Musterblock" zugeteilt war, fand ich alles genau so vor wie damals. Man war konservativ. Dieser Block war zugleich derjenige der sogenannten ,, Prominenten", d. h. von Häftlingen in besseren Arbeitskommandos, Capos, Schreiber und dergleichen. Als Landsleute kannten sie sich untereinander und bildeten eine Welt für sich. Wir anderen lebten am Rande, fremd und geduldet nur. Kaum daß man uns eine Ecke am Tisch zuwies. Wenn wir wenigstens von der Partei gewesen wären! Etwas von oben herab schaute mancher der Auserlesenen auf uns arme Schelme herab, oder an uns vorbei, und mißtrauisch, scheu und abweisend mancher„ Genosse". Um so eifriger schimpfte der hilflose und darum um so kleinlichere Stubenälteste August auf uns ein.
Wo konnte und wo sollte man sich lassen, wenn in der Stube kein Platz und wenn es darin nicht auszuhalten war? Eine neue Lagerbestimmung besagte:„ Es ist den Häftlingen verboten, sich auf den Bordrand der Lagerstraße oder der Blockstraße zu setzen. Verboten auch, sich beim Stehen an die Barackenwand anzulehnen." Die SS - Blockführer jagten die Müden mit einem Fuẞtritt hoch, und Blockälteste taten es auch. Versuchte man aber einen Schemel mit herauszunehmen, war der Krach da, weil nach Ansicht des Stubenältesten an den Füßen des Schemels Erde kleben bleiben und mit in die gebohnerte Stube geschleppt werden könnte.
Ein Gewühl, ein Zerren und Jagen, ein Stoßen und Gestoßenwerden unter halb unterdrückten Flüchen und Schimpfen unwirscher Menschen in der Gereiztheit der Morgenfrühe beim Bau der Betten in drei Etagen, bis Decke und Kopfkeil, mit dem Maßscheit auf Millimeter gemessen, richtig lagen. Das Maßscheit mußte man sich am Abend bereits irgendwo ,, organisieren" und gut verstecken.
Schweißtriefend rannte man zum Waschraum, vielleicht daß man an einer Ecke, wenn es ein Prominenter zugab, die Haut netzen
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