tischen Abteilung und der SS- Schutzhaftlagerführung bestanden: nicht entfernt ahnen, daß ein Jahr später in dieser Abteilung uniformierte Leute sitzen konnten, die bereits und fortschreitend mehr oder weniger offen bekundeten, daß sie im Dienste von Dingen ständen, mit denen sie innerlich nichts zu tun haben wollten.
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Damals, 1941, blieb uns der widerliche Eindruck höhnisch grinsender SS - Leute. Geschlagen wurden wir nicht, wie es früher Mode war, aber einzeln ausgehöhnt. Wir hatten unsere Nummer, wurden mit ,, Du" angeredet, mit irgendeinem Attribut aus einem ganz groben Schimpflexikon. 26800 meine Nummer. Verstört schaute jeder auf die schwarzen Ziffern auf dem weißen Leinenstreifen. Eine Nummer kein Name mehr, oder doch nur mehr hinter der Nummer. Kein Mensch mehr, nur ein Staubkorn im Wüstensand, weniger als der Boden, auf dem wir standen, weniger als der Strohsack, auf dem wir unsere zerschlagenen Glieder niederstrecken sollten. Geschoren, abgebraust, der Kleider beraubt, nichts Eigenes mehr als ein Taschentuch, ein Sträflingsanzug, der mit rotem, grünem, schwarzem oder violettem Winkel zu versehen war, je nachdem, Holzschuhe aus. Häftlinge vom Arbeitskommando ,, Schubraum" und die Schubraumfriseure hatfen uns so hergerichtet, etwas robust, abgebrüht, augenzwinkernd und ein wenig höhnisch lächelnd ob der verwirrten und täppischen Neulinge. Es war ihr Dienst.
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,, Fertig! Ohne Tritt marsch!" Zum Zugangsblock. Wären wir nicht so übermüdet, so bestürzt, so zusammengedrückt und wie betäubt gewesen von all dem Unfaẞbaren und Unheimlichen des Augenblicks, so wäre uns aufgefallen, mit welch neugierigem Interesse die auf dem Appelplatz aufgereihten Massen den ,, NeuZugängen" entgegenschauten; hätten wir im Vorbeiziehen etwas von der Anlage dieser Galeerenstadt erfaßt: Das verhängnisvolle Tor, das wir am Jourhaus durchschritten, an Dantes Höllentor erinnernd, mit dem alle Hoffnung lautlos versank. Der langgestreckte
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