HIMMEL ROT VOR SCHAM

Triumphales Rot erfüllt den Abendhimmel, den Appellplatz taucht es wie in Feuer, achtet nicht der Kranken in den Betten, achtet nicht des Galgens, der hier steht Dieser Farbenrausch ist nicht geheuer.

Ach, die Sterbenden sind nicht zu retten. Wer ehrt so des Todes Majestät?

Seht der Wolken blutendes Getümmel!

In der Pfütze steht ein Häftling; er ist lahm; stiert erschreckt in all die rote Wonne. Dieses Rot muß etwas ahnen lassen.

Welche Gottheit ließe dies geschehen?

Über ihn hinweg zieht eine Marschkolonne. Kann ein Mensch dies viele Rot verstehen? Alles rennt, die Abendsuppe fassen Ist vielleicht der Himmel rot vor Scham?