FLIEGERALARM
Die graue Menge stolpert in die Nacht.
Ein jeder stößt den Andern— Trillerpfeifen, Kommandostimmen, böse Worte treiben
die Schatten vorwärts— Stöcke fallen
auf Knabenleiber, Kinderstimmen lallen, horch, die Sirene brüllt und erste Schüsse, die fern im grauen Himmel widerhallen.
Auch ich bin tappend auf den Platz getreten. Ein ganzes Heer von Fliegern ist im Raum. Wo fällt der nächste Schlag? ich haste weiter. Nur keinen treten, nicht in Pfützen fallen, nicht Schläge fangen und nicht stehen bleiben und auch nicht in des Kellers Stinkgewässer hinunter müssen mit den Andern allen
und nicht in Haß, in blinden Haß verfallen!
Nein, unter diesem Giebel laß mich warten.
Hier laß mich einen Todgedanken fassen!
Raketen steigen auf, an den vier Ecken
des Lagers fallen rote Lichtsignale.
Der Menge Jammer grau und ohne Maßen
und Einsamkeit, und Spuk der Ideale
und Qual der Menschheit, alles— Nur nicht hassen!


