522 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 52.
dann von 8 Uhr ab im Malepartus, wo wir bis kurz vor 12 Uhr arbeiteten, gesprochen und berathen, um einen gedeiblichen Abschluss zu erreichen. Wenigstens vermuthe ich, dass dieser Abschluss Ihnen genügen dürfte. Ich möchte die beiden Herren, denen bei dieser Sache in erster Linie für ihre nach- drückliche und besonnene Thätigkeit zu danken ist, bitten, einen Bericht darüber zu erstatten. Ich will aber gleich dabei betonen, dass nicht nur diesen. sondern auch den übrigen Herren der Commission und speciell Herrn Stolze-Hamburg, der in so tactvoller Weise die Verhandlungen mit Herrn Haake führte, der beste Dank abzustatten ist. Ich bitte also Herrn Dir. Schultz-Hencke freund-
lich um seine Mittbeilungen.“
Herr Schultz-Hencke:„Sie kennen Alle den Verlauf der Sache; wir haben uns Ihrem Beschlusse gemäss eingehend mit derselben beschaftigt. Bei dieser Gelegenheit legte uns Herr Schwier die nöthigen Actenstücke, Briefe ete. vor, um uns auf die Thatsachen zu führen, welche den Beschluss des Vor- standes verursacht haben. Iech babe gleich damals ausgedrückt, dass mein An- trag nicht als gegen den Vorstand gerichtet, sondern nur sachlich, um jeden weiteren falschen Schlussfolgerungen zu begegnen, aufzufassen sei.
„Bei Prüfung dieser Schriftstücke, die ich sehr eingehend vorgenommen habe, kam ich bald zu der Ueberzeugung, dass der nach meiner Ansicht un- erspriessliche Verlauf der Angelegenbeit zurückzuführen sei zum grössten Theile auf Missverständnisse, die unsern Vorstand wohl berechtigten, in der Weise vorzugehen, wie er vorgegangen War. Wir können also unserm Vor- stande das volle Vertrauen ausdrücken und sein Vorgehen in der Congress- Angelegenheit vollständig billigen. Zu gleicher Zeit hat sich aber aus den Schriftstücken ergeben, dass auch auf der andern Seite— ich will sie nicht als die unserer Gegner bezeichnen, denn wir kommen jetzt ja hoffentlich in ein gutes, freundschaftliches Verhältniss,— ein Grund zu Missverständnissen vor-— liegen konnte. Wir haben noch gestern Commissions-Sitzung gehabt, wo die als Mitglieder bezeichneten Herren anwesend waren. Ich habe mich auch in dieser Sitzung bemüht, nachzuforschen, ob irgendwelche Voreingenommenheit gegen den Congress vorbanden ist. Dieses ist nicht der Fall und ich darf da- her der Hoffnung Ausdruck geben, dass nunmehr die Lösung dieser Frage zu einem gedeihlichen Ende geführt wird.“
Prof. Bruno Meyer:„Meine Herren! Wir sind in der sehr erfreulichen Lage, den von mir zu verlesenden schriftlichen Bericht als einbellig augenommenes Ergebniss der Commissions-Berathungen vorlegen zu können, sodass also von irgendwelcher Abweichung der Absichten und Meinungen unter den mit Ihrem Vertrauen beehrten Persönlichkeiten, unter den einzelnen Mitgliedern des be- sonders gewählten Ausschusses und denen des Vorstandes, absolut keine Rede ist; sondern was Ihnep vorliegt, ist das von allen Mitgliedern des Vorstandes und der Commission gebilligte Ergebniss unserer Prüfung, und es würde also nur noch darüber zu sprechen sein, ob Sie vielleicht in der Form oder im Inhalte etwas zu moniren haben. Wäre das aber nicht der Fall(wie ich zu hoffen wage), so würde es nur noch erübrigen, das Vorzulegende zur Kennt- niss zu nehmen und den Vorstand zu beauftragen, in dem Sinne das Meitere zu veranlassen, wie das hier vorgezeichnet ist. Die Vorlage ist absichtlich streng zu Papier gebracht, damit kein Zweifel über irgend einen Paunkt sein kann; auch Herr Haake— als zu unserem Verein geböriger Vertreter des Frankfurter Vorstandes— hat hiervon bereits in aller Form Kenntniss ge- nommen und für seine Person sein Einverständuiss mit dem vorgeschlagenen Wege der Verständigung ausgesprochen, auch in Aussicht stellen zu können geglaubt, dass unsere Schritte bei dem Frankfurter Vorstande gerechte Wür- digung finden werden. Sonach würde die peinliche Sache als fast abgeschlossen zu betrachten sein. Die Vorlage, welche die Form eines Beschlusses der Wanderversammlung hat, lautet folgendermaassen:“
„(Es folgt die Verlesung des bereits in Nr. 36 der Deutschen Photographen- Zeitung 1894, S. 344 und 345 abgedruckten Antrages.)
„Wenn Sie mir gestatten, noch kurz zu erörtern, was hier sachlich von Ihnen wesentlich ins Auge zu fassen ist, so ist es Folgendes. Wir haben Ibnen vorzuschlagen, dass wir uns an dem beabsichtigten Congresse betheiligen. und
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