Jahrgang 
1894
Seite
492
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492 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 49.

denn Mühe seinem Namen Ehre zu machen. Nach einer förmlichen Begrüssung trat er denn auch mit seiner Tochter und Strebling in ein kleines Vorzimmer, wo sie allein waren..

Sie waren so freundlich, Herr Würdig, mich zu Ihrem Feste einzuladen und ich... 4

Was, wer hat sie eingeladen! ich? Sie sind wohl.

Bitte sehr, unterbrach im Strebling,hier ist der Brief.

Würdig nahm das Blatt und warf einen Blick darauf, dann rief er erstaunt: Aber, die beiden Briefe sind ja verwechselt! Wer in aller Welt hat denn hier Vorsehung gespielt?

Da trat Emma vor, und ihres Vaters Hand ergreifend sagte sie ruhig:Ich, Papa, that es. Du selbst hast mich oft bei deinen Geschäften zu Rathe gezogen und da glaubte ich auch dieses Mal nicht ruhig zusehen zu dürfen, wie dieser unselige Streit selbst während des Weibnachtsfestes fortgeführt wird und Euch immer mehr entfremdet.

Das Erstaunen des Herrn Würdig wuchs.

Ist es möglich Du Emwa, und im Complot gegen mich? das Geschehene einfach gut heissen?.

Nun, Herr Würdig, erwiderte jetzt Strebling.ich will mir erlauben Ihnen eine Bitte zu unterbreiten. Sie sehen selbst ein, dass es am besten für uns ist, wenn wir der Gesellschaft da drinnen er deutete auf die Thür nach den Fest- räumenkeinen Stoff zu Klatschgeschichten geben. Die Geschichte mit den Einladungen können Sie auch nicht ungeschehen machen; aber Sie können sie noch erweitern, laden Sie mich ein, mit Ihnen gemeinsam, als Ihr Schwiegersohn, zu arbeiten und lassen wir jenen Concurrenzkampf, der uns Beiden nur geschadet und nicht genützt hat. Wollen Sie?

Herr Würdig sah nachdenklich auf seine Lackschuhe.

Das resolute Eingreifen seiner Tochter gefiel ihm, wenn er auch nicht allen ihren Gründen so ohne Weiteres zustimmen konnte. Und dann Strebling hatte nicht Unrecht; vereinigt liesse sich schon etwas machen.

Endlich sagte er:Sei es denn! Wenn Ihr so zusammenhaltet, muss ich mich wohl fügen und gegen Jemand, für den meine Tochter so energisch eintritt, will ich nicht ankämpfen. Diese ganze unselige Concurrenz hat mir nur Schaden gebracht, ersetzen wir den Ausfall durch um so festeres Zusammenhalten. Und setzte er lächelnd hinzudas schöne Festmahl erfüllt dann wenigstens seinen Zweck.

Und ich soll

..

Dabei blieb es. Nachdem die Hochrufe auf das Brautpaar verklungen waren, ordnete Herr Strebling die ganze Gesellschaft zu einer Gruppe, liess seinen eigenen Blitzlicht-Apparat holen und erledigte mit dessen Hilfe den letzten und besten seiner diesjährigenWeihnachtsaufträge!

Personalien. Professor Fritz Luckhardt.

Am 30. November starb in Wien der rühmliehst bekannte kaiserliche Rath

Herr Hofphotograph Professor Fritz Luckhardt im 53. Jahre. Der Verstorbene, dessen Portrait wir 1892 in Nr. 22 der Deutschen Photographen-Zeitung brachten, wurde 1843 in Cassel geboren, absolvirte dort das Polytechnikum, dann trat er in die Akademie der bildenden Künste ein und setzte seine Studien in Hannover später und wäbrend seines mehrjährigen Aufenthaltes in Paris und London fort. 1867 etablirte er sich als Photograpb in Wien, wo er das Reutlingersche Geschäft übernahm und lenkte die Portrait- photographie als einer der Ersten in ganz neue, künstlerische Bahnen. Am Freitag Abend besuchte er seinen Freund, Herrn Ambros Dosca; nach seinen ersten Begrüssungsworten wurde ihm unwohl; er bat um ein Glas Wasser und stürzte besinnungslos in die Arme seines Freundes. Die herbei- gerufenen Aerzte konnten nur den eingetretenen Tod constatiren.

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