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Nr. 47. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 465
13. October folgte eine Ausstellung von Bildern cultur- und kunsthistorischen Interesses. Professor Schiffner hielt einen Vortrag über Photographische Optik, worin er nach einem kurzen Ueberblick üher die Entwicklung derselben und die letzten Errungenschaften(Doppelanastigmat, Collinear) auf die Berech- nung der Schärfe resp. Unschärfe der Objective mit der Lochl
übergeht. Er behandelte zuerst die Ursachen der Unschärfe photographischer Ob-
G ie Correction dieser Fehler und zeigte, wie man bei verschiedenen Einstellungen und gegebenen Brenn- weiten die Grenzen der Schärfe in die liefe, resp. nach vorn oder die Un- schärfe eines beliebigen Punktes mittels einfacher Formeln berechnen könne. Zum Schlusse giebt derselbe seine Methode der Objectivprüfung auf Verzerrung mittels Lochobjectivaufnahmen bei derselben Balglänge bekannt. Interessant war die Demonstration einer Teleaufnahme, welche die Richtigkeit des Satzes, dass eine Photographie, um naturwahr zu erscheineu, aus jener Entfernung betrachtet werden müsse, welche der Länge der Brennweite des verwendeten Objectives gleich ist, zeigte. Am 20. October wurde die Ausstellung von Gebirgsaufnahmen und Platin- drucken eröffnet. Baron A. v. Hübl sprach über die verschiedenen Arten des Platindruckes und die Bedingungen zur Erreichung des Sepiatones, für welchen als unerlässlich der Heissentwickelungsprocess bezeichnet wurde, ferner über das Copirverfahren mit Platinentwickelung auf mit Eisensalzen präparirtem Papier. Mittwoch, den 24. October wurde ein Scioptikonabend abgehalten, zu welchem auch die Damen der Clubmitglieder geladen waren. Am 27. hielt Oplt. Hinter- stoisser einen Vortrag über Ballonphotographie und besprach die Ausstellung solcher Aufnahmen seitens deutscher und österreichischer Luftschiffer aus diesem Jahre. Es wurde gegen die früheren Jahre ein grosser Fortschritt auf diesem Gebiete constatirt. Einige Aufnahmen mit dem Teleobjectiv zeigten die Verwend- barkeit desselben für diesen Zweck. Am 3. November begann die Maiden- ausstellung, das ist solcher Mitglieder des Clubs, welche sich noch bei keiner Aus- stellung betheiligten.— Der Präsident des Clubs ist derzeit als Juror für die Gruppe „»Photographie und verwandte Künste“ der Ausstellung für Buchgewerbe und Papierindustrie nach Paris berufen und begiebt sich dann nach London, um den dortigen Camera-Club und den dort ausgestellten„Photographischen Salon“ zu studiren und wird erst Mitte November die Leitung des Clubs wieder übernehmen.
Unlauterer Wettbewerb.
Auf unsern Artikel in der Nr. 45 theilt uns Herr B. in J. einen Fall mit, wie er leider auch nur oft genug in gleicher und ähnlicher Weise vor- kommt. Ein College in seinem Orte stellt die Beilagen der Deutschen-Photo- graphen-Zeitung in seinem Schaukasten als Erzeugnisse seines eigenen Ateliers aus. Die Beilage zu der Nr. 38„Gigerl“ wurde zu dem Zwecke soweit be- schnitten, dass die Firma in Wegfall kam und nun das Publikum mit solchem Werke geködert. Herr B. fragt, was wan hier thun könne. Die Sache scheint uns ganz einfach zu sein. Man hänge dieselben Bilder jedoch mit voller Unter- schrift in seinen Schaukasten und möglichst in die Nähe des Schaukastens des betreffenden Collegen. Das Publikum wird sich alsdann schon, wie man so sagt,„einen Vers darauf machen.“ 1
Gar oft gelangen an uns Anfragen von Firmen aus kleineren Städten, welche darum bitten, ihnen Bilder für den Schaukasten zu besorgen oder Adressen anzugeben, wo sie dergleichen erhalten können; auch Anzeigen dieses Inhalts werden aufgegeben. Selbstverständlich finden alle diese Sachen von uns aus ihre prompte Erledigung dadurch, dass wir die Betreffenden auf die Un- sauberkeit derartiger Handlungsweise aufmerksam machen, an welcher unserem Ermessen nach diejenigen Firmen theilnehmen, welche sich bereit finden lassen, solche Schaukastenbilder zum Verkaufe anzubieten. Gewöhnlich ist bei den Fragestellern wirklich Unklarheit darüber vorhanden, was sie begehen, während man bei Depnjenigen, welche diese Sachen anbieten, wohl eine bewusste Handlung annehmen kann.
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