Jahrgang 
1894
Seite
456
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456 Deutsche Photographen-LZeitung 1894. Nr. 46.

klaren Wortlaut des Gesetzes, wonach für einen Schaden der Betreffende verantwortlich ist, der das schadbafte Material geliefert hat. Eine directe Anfrage bei dem Generalver- treter, der in dem Falle vollkommen berechtigt ist, jede Correspondenz mit dem Herrn Alpers abzulehnen, ist ganz zwecklos und ebenso auch eine directe Anfrage bei der englischen Fabrik. Durch solche Zwischenfragen wird bei den Betheiligten höchstens Widerstand her- vorgerufen uud die Annahme herbeigeführt, als wenu der betr. Händler die Bestellung doch wohl nicht ganz richtig ausgeführt habe. Wir rathen zu dem einzigen Wege, der hier möglich ist: den Handler zu verklagen. Wir glauben, dass der Händler selbst wohl einsehen wird, dass diese Klage nicht gegen ihn persönlich gemünzt ist, sondern ihm nur die Unter- lage geben soll, gegen den Generalvertreter vorzugehen. Eine Weigerung des betr. Händlers, die Klage anhängig zu machen, würde nur die Vermuthung bestärken, dass die Bestellung nicht correct ausgeführt war. Diese Klage gegen den Händler könnte aber vielleicht von Seiten des Herrn Alpers in eine Klage gegen den Generalvertreter umgewandelt werden, wenn der Händler dem Herrn Alpers die nöthigen Vollmachten, in seinem Interesse zu klagen, ertheilt. Doch das ist ja eine rein juristische Frage.

Personalien.

Charles Ehrmann.

Am Dienstag dem 23. October starb unser langjähriger Freund und treuer

Mitarbeiter Herr Charles Ehrmann in New-York.

Schon seine letzten Briefe aus dem Sommer liessen erkennen, dass er sein Ende voraussah. Er war geistig frisch, aber körperlich gebrochen, und nicht zum geringen Theile mögen die mannigfaltigen Schicksalsschläge seines Lebens hierau Schuld getragen haben. In der Nr. 44 der Deutschen Photographen-Zeitung 1892 gaben wir eine eingehende Schilderung seines Lebens und brachten auch ein Portrait von ihm. Das Leichenbegängniss fand an seinem letzten Aufenthaltsorte zu Harlem an dem folgenden Donnerstag, dem 25. October statt. Er fand seine letzte Ruhestätte in seinem Familiengrabe zu Philadelphia neben seiner ihm schon vorangegangenen Frau.

Wir verlieren in Ehrmann nicht nur einen treuen Freund, sondern speciell auch Denjenigen, der immer bereit war, wo er nur konnte, in amerikanischen Verhältnissen für uns persönlich und auch für Alles, was deutsches Wesen hiess, einzugreifen. Es ist auch in ihm ein eifriger Forscher auf dem Gebiete der Photo- graphie dahingegangen, der gewissenhaft und strebsam wie Einer dennoch sich nie verleiten liess, das ihm Gegebene lediglich für seine eigenen persönlichen Zwecke auszubeuten. Trotzdem, oder gerade weil er aus politischen Gründen sein Vater- land Deutschland verlassen hatte, war er auch in der Fremde stets ein rechter Deutscher geblieben. Er wird uns stets als leuchtendes Vorbild dienen.

Sanft ruhe seine Asche!

Hermann von Helmholtz.

Am 8. September d. Jahres starb zu Charlottenburg Hermann von Helmholtz, der grosse Gelehrte, welcher, schon vor längerer Zeit von einem Schlaganfall heim- gesucht, langsamem Sieéchthum anheimgefallen schien. Hehmholtz kann einer der bedeutendsten Männer der Wissenschaft genannt werden: Physik und Mathe- matik, Philosophie, Physiologie und Anatomie, Alles sind Felder, auf denen der be- deutende Mann heimisch war, ja sogar die Musen durften ihn zu ihren Jüngern zählen, wie ein Vortrag bewies, den er vor Jahrresfrist bei Gelegenheit der Versammlung der Goethegesellschaft in Weimar hielt. Helmholtz war geboren am 31. Aug. 1821 in Potsdam und erhielt seinen ersten Unterricht in der Volksschule des Potsdamer Lehrer- seminars, besuchte das Gymnasium und begann dort schon verschiedentlich zu experi- mentiren. Sein Hauptstudium war Physik, doch waren die damaligen Verhältnisse derart, dass er als Physiker schwerlich jemals ein Auskommen in Aussicht zu haben schien und deshalb ergriff er das Studium der Medicin. In Berlin hörte er bei Johannes Müller, ebenso auch bei Gustav Magnus, 1842 promovirte er und wurde dann Unterarzt an der Charité und später Regimentschirurg bei den Husaren in Potsdam. Trotz dieser Beschäftigung fand er noch Zeit zu wissenschaftlichen Arbeiten. Seine ganz be- deutende Schrift 1847Ueber, Erhaltung der Kraft sicherte ihm einen Ehren- plat⸗ neben Robert Mayer. Auf Alexander von Humboldts Betreiben wurde Helm- holtz 1848 von seiner militairischen Verpflichtung entbunden und erhielt in Berlin

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