Jahrgang 
1894
Seite
451
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Nr. 46. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 451 Henrtbeiſune. bis es ermöglicht ist, Versuche damit anzustellen. Es ist eine Magnein 8* de iieredas rineip der bekannten Nadarschen zu rückzukommen 86 e leichtere Aus g hat eine gewisse Verbilligung herbeigeführt. Auch das wird Ja vielfach gesucht und bezahlt.

In diese Reihe gehört endlich noch ein kleines Geräth für den photo- graphischen Atelierbedarf, das ja an sich nichts Neues bietet, aber auch das Verdienst hat, Bekanntes der Photographie in vortbeilhafter Weise nutzbar und zugänglich zu machen, und das daher wohl an manchen Stellen gern ge- sehen werden wird: ein Schlagstempel mit auswechselbaren Jahreszahltypen. Viele werden schon gefunden baben, dass es unangenehm ist, jedes Jahr einen neuen Schlagstempel anschaffen zu müssen. Ihnen kann geholfen werden, wenn sie sich diesen neuen Stempel zulegen, der mit Hilfe einiger beigegebener Ziffern, die abwechselnd eingesetzt werden, 20 Jahre lang(und durch einige weitere fast unbegrenzt!) ausreicht. Für solche Geschäfte, iu denen Verlag betrieben wird, und die daher stets sechs Jahresstempel neben einander im Betriebe haben müssen, genügt das freilich nicht*); aber für diese kommt auch die alljährliche Ausgabe wenig in Betracht. Für die meisten photographi- schen Geschäfte aber dürfte der Apparat recht vortheilhaft sein.

Noch weniger zu beurtbeilen als die Blänsdorfsche Magnesiumlampe sind einige andere Ausstellungsgegenstände, die daher auch bei uns ordnungsgemäss der Begutachtung durch das Preisgericht entnommen sind. So kännen wir es nur einfach verzeichnen, dass Brandt& Wilde Nachfolger in Berlin Bilder auf ihrem Anker-Celloidinpapier vorführen, die Monate lang sich auf Ausstellungen umbergetrieben haben und der Luft und der Sonne schonungslos ausgesetzt gewesen sind, ohne augenfälligen Schaden genommen zu haben. Noch weniger freilich lässt sich über das von ihnen neu in den Verkehr ge- brachte Mattpapier der gleichen Marke nur nach den ausgestellten Probebildern ein Urtheil gewinnen, wie für jeden Fachmann ohne Weiteres erbellt. Es kann nur als eine erfreuliche Thatsache verzeichnet werden, dass das Angebot und danach darf man auch annehmen: der Bedarf von matten Copirpapieren wächst. Das ist vom künstlerischen Standpunkte aus nur freudig zu be- grüssen.

Auch einer Neuigkeit von Franz Wisskirchen in Frankfurt a. M. kann man vorläufig nur zuwartend gegenüberstehen: schnelltrocknende Oelfarben zum Zwecke der Retouche, sowohl auf matten wie auf glänzenden Papieren. Es ist selbstverständlich, dass man den Werth einer solchen Neuerung nicht nach den ausgelegten Musterarbeiten beurtheilen kann. Sind diese schlecht, so kommt das nicht nothwendig von der Beschaffenheit der Farben; sind sie gut, so kommen vielleicht%o auf die Meisterschaft des Urbebers. Wie sich die Farben behandeln lassen, wie sie sich halten, diese entscheidenden Fragen beantwortet keine derartige Probe. Wir können daher vorläufig lediglich ad notam nehmen, dass diese Farben mit ihren behaupteten Eigenschaften existiren. Von den gewöhnlichen Oelfarben muss man deshalb Umgang nehmen, weil sie zu schwer und langsam trocknen. Wenn sich herausstellen sollte, dass diese neuen Farben wirklich die guten Eigenschaften der Oelfarben be- sitzen und damit ohne Beeinträchtigung die Eigenschaft verbinden, schuell zu trocknen, so würde das für manche Anwendungen neue Aussichten ergeben. Abgesehen davon, dass die farbige Retouche dadurch auf einen höheren Stand- punkt würde gehoben werden können, eröffnet sich auch die Möglichkeit einer Verwendung, an die der Erfinder vorläufig noch nicht gedacht zu haben scheint, die aber immerhin auch nicht unwichtig wäre; ich meine die Anwendung zur farbigen Retouche von Projectionsbildern, für die wir bisher auf eine ganz ungenügende Palette angewiesen sind. Ich deute das nur eben an. Der Wunsch ist hier vielleicht der Vater des Gedankens. Selbstverständlich muss ich es

*) Hier i fragt worden:Warum nicht? Die photographischen Portraitgeschäfte sollen ja 191) Mion i 8 Schiftzenl! Darauf ist zu antworten: Das gewöhnliche Portraitgeschäft kann bei den paar etwaigen Nachbestellungen aus früheren Jahrgängen ohne zu grosse Umstände den Schlagstempel verändern. Da beim Verlagsgeschäfte aber die sechs neben einander geschützten Jahrgänge voraussetzlich immer in grösseren Mengen gleichzeitig abgestempelt werden müssen, wäre eine solche fortwährende Veränderung der Stempel zu zeitraubend und unsicher.