Jahrgang 
1894
Seite
437
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Nr. 45. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 43³⁷

Apparaten allerdings längst vorgebildet ist, aber hier zum ersten Male in ein- facher und Zweckentsprechender Form für Satinirmaschinen zur Anwendung gekommen ist. Das kleine Geräth dient zunächst, um jederzeit den Gasdruck in dem Kessel anzuzeigen, dann aber, sobald ein Ueberdruck eintritt, den zu viel entwickelten Dämpfen den Austritt zu gestatten, und endlich, die so be- freiten Dämpfe in unschädlicher Weise abzuleiten. Aetherdämpfe sind nämlich schwerer als Luft, sinken also freigelassen zu Boden. Liegt mithin die Aus- strömungsstelle unmittelbar am Kessel, d. b. über der Flamme, so ist es un- vermeidlich, dass die Gase, sich senkend, mit dieser in Berührung kommen, sich entzünden und den Kessel durch Weiterleitung des Brandes zur Explosion bringen. Es ist daher notbwendig, solehe Gase erst unterhalb der Flamme in die Luft treten zu lassen, was der jetzt derFernande beigegebene Sicher- heits-Apparat besorgt. So ist die besser allerdings wohl zu umgehende Alko- hol-Aether-Heizung ihrer Gefährlichkeit entkleidet.

Ich finde hiernach eine Anzahl von Notizen über Behelfe zur Aufmachung der Photographieen und was damit zusammengehört, wie Rahmen, Stempel u. dergl. Da begegnen wir zunächst dem Namen Zeiss& Schneevoigt in Leipzig. Die Firma ist genügend bekannt, So dass man über die gute Aus- führung ihrer Passepartouts und Rahmen kaum etwas zu sagen nöthig hat. lch glaube, man hat einer solchen Firma gegenüber die Pflicht und ehrt sie am meisten, wenn man nur auf Das eingeht, was beim Anlegen eines recht strengen Maassstabes als nicht unbedingt lobenswerth an ihr gefunden wird. Noblesse oblige! und wenn es nur mit Bedauern gesehen, aber aus geschäaft- lichen Rücksichten nachgesehen werden kann, dass solche führenden Stellen dem Geschmack oder Ungeschmack des Publikums im Allgemeinen Zu geständnisse machen, so muss auf das Entschiedenste dagegen Verwahrung eingelegt werden, dass aus Neuerungssucht und Effectbascherei gewaltsame Geschmacklosigkeiten in die Oeffentlichkeit hinausgeschleudert werden. Wir scheinen ja wohl endlich uns dem Abschlusse der unverbrüchlichen Rococo- mode zu nähern, an der wir eine ganze Reihe von Jahren gekrankt haben; und wenn ich nun auch nicht verlange, dass ein Industrieller, der natürlich auf seinen Vortheil bedacht sein muss und darf, diese Wendung vorwegnehmen soll ich habe mich vor einem Jahre bei gebotener Gelegenheit in dieser Beziehung im Sinne grösster Duldung ausgesprochen!, so sollten doch in solchem Augenblicke nicht aus den Grundsätzen und Eigenthümlichkeiten des Stiles noch Anstössigkeiten abgeleitet werden, die er sich in der Zeit seiner ori- ginalen Hlerrschaft zu gestatten sich wohl gehütet hat. Das Rococo vermeidet seinem Charakter gemäss auch in der Farbe alles Ernste, Schwere, Würdige. Es arbeitet daher nur mit abgeblassten Farben: Rosa, Meergrün, Himmelblau u. s. w. Aber es befolgt bei ihrer Zusammenstellung mit grosser Feinfühligkeit die bewährten Gesetze harmonischer Färbung. Wenn man da aber in unserem Falle mehrfach die unverträglichsten Töne aus der warmen und der kalten Farben- scala hart nebeneinander gestellt sieht, so hört für ein künstlerisch geschultes Auge jede Möglichkeit des Verständnisses auf. Ich will nun gar nicht in Ab- rede stellen, dass solche coloristischen Ungeheuerlichkeiten vom Publikum ab und an verlangt werden, und ich denke nicht daran, dem Fabrikanten in solchem Falle die Rolle des stilgestrengen Geschmackscensors zuzuweisen, der sich bekreuzigen müsste, auch den Armen an künstlerischem Geiste zu Diensten zu sein. Aber er darf nicht vergessen, dass er ein Kunstgewerbe betreibt, und daher verbunden ist, einen gebildeten Geschmack zu baben; und den darf er nie verleugnen, wo er sich vor der Oeftentlichkeit producirt. Machen kann er, was verlangt wird; aber ausstellen darf er nur, was er ver- antworten kann; oder anders ausgedrückt: er muss gewärtig sein und sich gefallen lassen, dass er für Das, was er ausstellt, wie wenn er es für das Beste hielte und für sein Bestes erklärte, verantwortlich gemacht wird

D ilt j 8 eh für die Photographieen. 45 ailt Ja gah⸗ ebenso auch Brap(Fortsetzung folgt.)