364 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 38.
Der Congress*).
aAm 13. und 14. d. Mts. fand der bereits längere Zeit geplante Congress der Delegirten verschiedener deutscher photographischen Vereine in Prank- furt a. M. statt. Wenn wir uns erlauben, über den Verlauf der Verhandlungen schon jetzt einen kurzen Bericht zu geben, so liegt das daran, dass wir bei der Wichtigkeit der Sache bestrebt sind, die bezüglichen Beschlüsse, wenig- stens im grossen Ganzen, so rasch wie möglich zur Kenntniss der Photo- grapheuwelt zu bringen. Die Protokolle werden s. Zt. in extenso veröffent- licht und gehen jedem Vereinsmitgliede und auch den Lesern der meisten Fachzeitschriften zu. 1.
Bereits am 11. d. Mts. abends fand ein zwangloser Empfang einzelner Delegirter statt. Streng genommen war ja dieser Tag sowie der folgende nur dem Stiftungsfeste des Frankfurter Vereins zur Pflege der Photographie und verwandter Künste gewidmet. So trug auch das Festessen am 11. d. Mts., an dem sich eine grössere Anzahl der Delegirten betheiligte, ebenfalls diesen Charakter. Der Vormittag dieses Tages wurde von den drei Delegirten des Deutschen Photographen-Vereins dazu benutzt, die für den Congress vor-— gelegten Fragen einer ausführlichen Besprechung zu unterziehen. Am Donners- tag dem 13. versammelten sich von 9 Uhr ab die Theilnehmer des Congresses, sowie noch eine kleine Anzahl Zuhörer in dem Saale des Palmengartens, um in die Verhandlungen einzutreten, welche dann auch um 10 ½ Uhr eröffnet werden konnten. Als Vorsitzender und Leiter Verhandlungen wurde Herr Docent Schmidt aus Karlsruhe erwählt.
Zunächst wurde die Anwesenbeit der folgenden Delegirten, sowie die Stimmenzahl der betr. Vereine festgestellt. Hier war maassgebend, dass für je 25 Mitglieder der betr. Vereine eine Stimme gerechnet wurde. Demgemäss waren vertreten:
Der Deutsche Photographen-Verein mit 32 Stimmen durch die Herren Bruno Meyer-Berlin, C. Kindermann-Hamburg und K. Schwier-Weimar;
die Photographische Gesellschaft zu Wien mit 20 Stimmen durch die Herren Bötteber-Frankfurt a. M., Geldmacher-Frankfurt a. M., Dr. Kämpfer- Braunschweig und Kaiserlichen Rath Schrank-Wien;
der Photographische Verein zu Berlin mit 11 Stimmen durch die Herren Dr. Miethe-Rathenow, J. C. Schaarwächter-Berlin, Director Schultz- Hencke-Berlin;
der Verein zur Förderung der Photographie zu Berlin mit 9 Stimmen durch die Herren J. Gädicke-Berlin, Ruf-Freiburg, Professor Dr. H. W. Vogel- Berlin, Th. Voigt-Homburg;
der Verein zur PEflege der Photographie und verwandter Künste in Franb- furt a. M. mit 11 Stimmen durch die Herren Th. Haake-Frankfurt a. M., Docent Schmidt-Karlsruhe und Th. Voigt-Homburg;
die Photographische Genossenschaft von Essen und benachbarten Städten mit 2 Stimmen durch Herrn Wittkamp-Essen;
der Bergisch- Märkische Verein zu Elberfeld mit 2 Stimmen durch Herrn Schlegel-Elberfeld;
der Rheinisch-Westfälische Verein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste in Cöln a. feh. mit 2 Stimmen durch Herrn C. Westendorp-Cöln;
die Photographische Gesellschaft in München durch Herrn Th. Haake- Frankfurt a. M.
Das dem Herrn Schmidt beigegebene Bureau bestand aus den Herren Böttcher, Geldmacher und Haake. Der Vorsitzende des Deutschen Phot.-Vereins Herr K. Schwier-Weimar stellte den Antrag, die Kosten für den anwesenden Stenographen, sowie die weiteren für die Fertigstellung des Protokolls je nach der Auzahl der Mitglieder auf die verschiedenen Vereine zu vertheilen. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte angenommen.
Von verschiedenen Vereinen waren Fragen eingelaufen, deren Veröffent- lichung bereits in einigen Zeitungen stattgefunden batte; es wurde beschlossen,
2*) Das Vorliegende ist nur eine kurze Mittheilung; das ausführliche Protokoll kann natur- gemäss erst in einigen Wochen folgen.— Red.
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