362 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 37.
erreicht werden kann. Die Platten geben auf Albuminpapier gute Resultate, doch ist eine Contacteopie auf Bromsilberpapier, ihrer Originaltreue wegen, vorzuziehen.—
Dass auch in England die Misère der Zeiten sehr empfunden wird, beweist ein Aufsatz in den Pb. News, in welchem sich unter der Ueberschrift à professional to Professionals“ Herr John Stuart als Fachphotograph an seine Fachgenossen wendet und dieselben auffordert, mancherlei Uebelstände im photographischen Gewerbe mit tilgen zu helfen. Die Hauptursache am Darniederliegen unserer Kunst sieht der Verfasser in dem Ueberhaudnehmen eines photograpbischen Proletariats und er führt dieses auf die noch vielfach übliche Ausbildungsweise der Lehrlinge zurück, welche darin besteht, dass die Kraft des Lehrlings nur zu einfachen Handreichungen. die oft gar uichits mit Photographie zu thun haben, ausgenutzt wird, dass er nichts lernt und nach beendeter„Lebhrzeit“ entlassen wird, um dann möglichst bald eine solch „billige Arbeitskraft“ als Nachfolger zu erhalten. Die Folge ist natürlich, dass, da ein grosser Theil dieser„ausgebildeten“ Lehrlinge aus Stellenmangel keine dauerude Unterkunft findet, der Ueberschuss sich möglichst bald selbstständig zu machen sueht. Mit welchen Mitteln dieses geschieht, davon wissen die Bücher unserer photographischen Händler zu erzählen. Herr Stuart empfiehlt nun die Anforderung einer möglichst gründlieben Vorbildung, wie sie nur auf Kunst- und gewerblichen Fachschulen erlangt werden kann, zu stellen, indem er mit Recht voraussetzt, dass dann nur wirklich tüchtige Kräfte ein Fort- kommen in der photographischen Praxis finden werden.
Bemerkenswerth sind noch die Auslassungen des Verfassers über die Erzeugnisse der modernen Photographie, in welchen er darauf hinweist, dass auch in England eine Reaction gegen das sogen. Glattmachen der Portraits aufzutreten beginnt. Es wird die Forderung aufgestellt, dass wieder mehr der Operateur und nicht, wie es jetzt noch meistens der Fall ist, der Retoucheur als der eigentliche„Photograph“ zu betrachten sei.
In München hat sich am 18. August ein Photographengehilfen- Verein constituirt, dessen Bestreben dahingeht für Erweiterung fachlieber Kenntnisse durch ein Lese-Cabinet, Aulegung einer Bibliothek etc. den Nit- gliedern eine möglichst reiche Bildung zu Theil werden zu lassen. Verbunden mit diesem Verein sind Vorträge mit praktischen Vorführungen. Der Vor- sitzende des Vereins ist Herr Fr. Bingel, der Schbriftführer Herr Oscar Pöckl. Die Versammlungen finden im Caffee-Restaurant Dall'armi in München, Frauen- platz, statt. Wir wünschen dem jungen Verein kräftiges Gedeihen.
Personalien.
Unser Mitglied Herr Adolf Sander
verlegt zum 1. October sein Geschäft, Löberstrasse 4, nach seinem eigenen Grundstück, Leipzig-Gohlis, Leipziger Strasse 12.
Eingegangen bei der Redaction:
Robert Bär, Dresden-A.: Special-Preisliste über Decorationen für photographische Ate und Empfangsalons. Oscar R 1 mmel& Co., Nerchau: Preisverzeichniss über Naturcartonpapiere und Gruppen- artons.
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Briefkasten. Herrn Otto Krause, Berlin. Ihre Frage lässt sich schwer beantworten, wenn man nicht Proben mit den Platten anstellen kann. Vielleicht verändern Sie einmal den Entwickler oder setzen sich direct mit der Fabrik in Verbindung, die Ihnen jedenfalls gern Auskunft giebt.
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