Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 37.
Die hierauf ergangene Antwort lautet: Frankfurt a. M., den 28. August 1894.
An den Deutschen Photographen-Verein, zu Händen des Herrn K. Schwier, Weimar.
Im Besitze Ihrer werthen Zuschrift vom 25. d. M. sind wir erfreut über den Beschluss in Ihrer diesjährigen Wanderversammlung dahier, sich noch an unseren Congressverhandlungen zu betheiligen.
Die Klarlegung der Angelegenheit durch unseren Herrn Haake ver- anlasst uns, gerne Ihrem Wunsche zu entsprechen und unser Schreiben vom 31. Mai hiermit zurückzuziehen; denn nichts lag uns ferner, als Unfrieden zu säen. Der Zweck unseres Schreibens vom 31. Mai war nur, nachdem wir durch Ihre Briefe vom 15. Januar und 28. März 1894 auf das Unangenehmste berührt wurden, jeden weiteren Verkehr in der Congressfrage abzubrechen, da Sie uns scheinbar nicht verstanden und wir dadurch jeden weiteren Federkrieg abschneiden wollten, der die gute Sache nur schädigen konnte. 1
Unsere Aufforderung zum Congresse, also eine Zusammenkunft sämmtlicher photographischen Vereine, um gemeinsame wichtige Fragen zu besprechen, bezeugt doch genügend unsere friedliche Gesinnung, denn wir hatten bei unserem Vorgehen nur die Interessen des gesammten Photographenstandes im Auge.
Im Interesse der guten Sache und damit der Congress von allen Seiten gefördert werden kann. betrachten wir alle diese Vorkommnisse, auch den bekannten Artikel in der Weimarer LZeitung„Deutschland“ vom 24. Juni, als nicht geschehen und freuen uns aufrichtig über Ihreé Zusage.
Wir hoffen, dass dergleichen Misshelligkeiten für die Zukunft unterbleiben und sehen gleichzeitig mit Vergnügen dem Besuch hrer Herren Delegirten zu unserem Stiftungsfeste entgegen.
Mit Hochachtung Der Vorstand i. d. N. Th. Haake, d. Z. correspondirender Schriftführer. Demzufolge werden die drei Abgeordneten des Deutschen Photograpben- Vereins, nämlich die Herren: C. Kindermann, Hamburg, Prof. Dr. Bruno Meyer, Perlin, K. Schwier, Weimar, sich am 11. d. M. abends in Frankfurt einfinden, um an den Berathungen der Delegirten tbeilzunehmen.
Bilder und Preise,
eine erklärende Auseinandersetzung in der Angelegenheit Brand-Carol.
Durch die politischen Tagesblätter sind in der letzten Zeit verschiedene Berichte gegangen über photographische Aufnahmen und deren Berechnung, welehe unser Mitglied, Herr Hofphotograph Hans Brand in Bayreuth für die bekannte Millionärin Miss Carol aus Washington gemacht hat. Leider ist die Presse nicht ganz correct bedient gewesen, denn die Nachrichten, welche zuerst Platz fanden, widersprechen den Thatsachen ganz ausserordentlich. Namentlich sind aber die ersten Nachrichten wohl geeignet, den Ruf des Herrn Brand zu schädigen und diesen Herrn als einen solchen hinzustellen, der, die Gelegenheit ausnutzend, die Miss Carol zur Zahlung ganz erheblicher Preise veranlassen wollte, wie sie sonst nirgends üblich sind.
Wir haben uns nun nach der Angelegenheit genau erkundigt und glauben, es dürfte wohl im Interesse der Leser unserer Zeitung sein, wenn wir in dieser unangenehmen Frage Stellung nehmen. Aus dem Vorhergesagten ist ja un- schwer zu erkennen, dass nach unserer Meinung das Recht auf Seite des Herrn


