Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 56.
121,5785 mm vom Condenser zu stehen, und es wird demzufolge noch nieht 1/½28(genau 1½ 8,3325s) des gesammten Lichtes vom Condenser aufgefangen und in demselben Verhältnisse wie vorher für das Wandbild verwerthet.— leh betone hierbei nochmals ganz ausdrücklich, dass zwar ein Objectiv, das bei gleicher Brennweite eine grössere Oeffnung hat, selbstverständlich lichtstärker ist, dass aber dieser Umstand hier ganz und gar nicht wirksam wird, sondern es kommt — so zu sagen: rein mechanisch— auf den weiteren Eingang in das Objectiy für die Lichtstrahlen an. Der obere gegen das Objectiv gelegene Begrenzungs- kreis des abgestumpften Lichtkegels muss grösser sein, und um das bei gleichem Abstande vom Condenser zu bewirken, muss die Lampe auf der anderen Seite näher an den Condenser herantreten, wodurch dieser mehr von dem Lichte der Lampe aufzunehmen in die Lage kommt.— Noch unverständiger ist es allerdings und Zeugniss völligen Mangels an wissenschaftlicher Besinnung über den Zusammenhang der Erscheinungen. wenn gar gelegentlich die Noth- wendigkeit und der Vortheil grösserer Objectivöffnungen mit der Natur der Lichtquelle in irgend welche, wenn auch noch so künstliche oder leise Be- ziehung gebracht worden ist. Beide haben nicht das Allergeringste mit einander zu schaffen. Ein weiter geöffnetes Objectiv ist bei jeder Lichtquelle günstiger, und ein weniger geöffnetes nimmt im gleichen Verhältnisse von jeder Licht- quelle weniger Licht in sich auf. Zwischen„punktartigen“ und„nicht punkt- artigen“ Lichtquellen, welche letzteren angeblich weitere Objectivöffnungen er- fordern sollen, ist in Bezug auf die Einstellnng der einzige Unterschied, dass die ersteren streng in den errechneten Punkt, die anderen aber— je im Ver- hältniss ihrer Oberfläche— etwas näher an den Condenser zu stellen sind, damit der„Lichtkreis“ möglichst gleichmässig beleuchtet werde; und dass die ersteren in Folge dessen das Licht besser„strählen“ als die anderen, und dadurch eine— von der Leistungsfäbigkeit des Objectives unabhängige— „geschnittenere“ Schärfe des Wandbildes ermöglichen. Alles Weitere ist Aberglaube.
Auch der Bau des Objectives ist nicht ohne Einfluss. Ein kurzes erweist sich vortheilhafter als ein lang gestrecktes. Denken wir z. B., das Objectiv sei bei sonst völlig unveränderten Daten 40 statt 30 mm von Vorder- zu Hinter- fläche lang. Alsdann ergiebt sich, dass die Lampe 119,3527 mm vom Con- denser stehen muss, und dass nicht ganz ½(genau ½24, 44103) des Lichtes durch den Condenser hindurchgeht. Ist der Unterschied gegenäber demselben Objective von gedrängterer Bauart auch nicht sehr erheblich, so ist er doch sicher gross genug, um es geboten erscheinen zu lassen, auch auf diese Möglichkeit, Liecht sei es zu gewinnen oder zu verlieren, aufmerksam zu machen.
Schliesslich mag— um nichts ununtersucht zu lassen— an dieser Stelle auch noch erwogen werden, welche Stellung des Glasbildes zum Condenser die vortheilbafteste sein mag. Wir haben bisher(ausser bei den grossen Con- densern, bei denen, wenn das Licht recht ausgenutzt werden soll, kleine Glas- bilder ziemlich weit ab zu stehen kommen,) 9 mm Abstand angenommen. Gehen wir nun einmal von einem Abstande von 12 mm aus, so finden wir, dass der Abstand der Lampe vom Condenser nunmehr 115,7729 mm betragen muss, und dass etwas weniger als ½ 3(genau ½ 3, 16905) des Lichtes dabei dureh den Condenser geht. Das ist also vortheilbafter als die nähere Stellung des Glasbildes. Es ist aber zu berücksichtigen, dass hier bei nicht übergrossen Beleuchtungslinsen sehr bald die Stelle erreicht wird, wo der Lichtkegel das transparente Bild nicht mehr— oder nur noch gefährlich knapp— fasst. In unserem Falle z. B. hat der Lichtkegel dort, wo wir soeben das Bild an- genommen haben, nur ein Atom über 97 mm Durchmesser, wäbrend das ge- wöhnliche Glasbilderformat, wie wir uns erinnern, 90 mm Durchmesser hat. Da muss also das Glasbild schon ängstlich genau eingesetzt werden, wenn es nicht irgendwo unbelichtet bleiben soll. Von dem hier gegebenen Spielraume ist also jedenfalls kein grosser Vortheil zu ziehen.
Soll die erwähnte Verschiebbarkeit des Bildträgers erzielt werden, so muss derselbe von jeder Verbindung mit dem Condenser oder dem die Lampe bergenden Kasten gelöst werden; dagegen ist es empfehlenswerth, ihn in eine feste Verbindung mit dem Objeetive und seinem Träger zu bringen, damit


