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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 33.
Wie wenig vortheilhaft hiervon ganz abgesehen aber mit solchen übergrossen Condensern ausgestattete Apparate— es sei denn als Specialapparate für ein und dasselbe stets darin zu benutzende bestimmte Bildformat, das grösser ist als das gewöhnliche,— sein würden, kann erst richtig gewürdigt werden, wenn die übrigen Apparattbeile und ihr Verhältniss zu einander erörtert ist. Ich gehe also vorerst zu diesen Betrachtungen über.
Da kommt zunächst
4. Der Bildträger
in Betracht, der sich mehr oder wepniger nahe vor dem Condenser beſindet. Derselbe besteht aus irgend einer parallel zur Vorderfläche des Condensers angebrachten rahmen- oder klemmenartigen Vorrichtung, in welche die ein- zelnen Bilder, wie man ihrer nach einander bedarf, eingeschoben werden, um von dem gestrählten Lichte, das aus dem Condenser kommt, getroffen zu werden und so ihr vergrössertes Abbild auf die Bildwand werfen zu lassen. Die Bilder sind zum Theil frei(meist alle gewöhnlichen rein photographischen), zum Theil in Holzrahmen gefasst(meist die gemalten, insbesondere aber die Bewegungs- und Verwandlungs-, Effect“- Bilder). Die der letzteren Art werden einfach so, wie sie da sind, eingeschoben; die der ersteren Art müssen erst in einen Bildhalter gesteckt werden, mit dem sie an die richtige Stelle im Apparate gelangen. Diese Bildhalter sind im Wesentlichen auch nichts als Rahmen, nur dass in ihnen die Glasbilder nicht fest sitzen, sondern beliebig ausgewechselt werden können.
Ein guter Bildträger des Apparates muss so beschaffen sein, dass beide Arten von Bildern ohne Weiteres durch einander benutzt werden können,— eine Forderung, der freilich die wenigsten genügen. Meist werden die Bilder in eine stark federnde Spalte so eingeklemmt, dass es schwierig ist, einen Bild- rahmen mit einem anderen, oder mit einem Bildhalter und umgekehrt zu ver- tauschen. Dass der eingeschobene Rahmen oder Halter fest gehalten wird, ist allerdings durchaus erforderlich, da ein Hin- und Herwackeln in der Richtung der Apparatachse, selbst wenn es nur einen geringen Ausschlag machte, die Sicherheit und namentlich die Schärfe der Bilder auf der Wand bei der starken Vergrösserung erheblich beeinträchtigen müsste. Besser wird aber der Zweck erfüllt, wenn in nicht zu engen Oeffnungen die Bilder durch weiche Gleitfedern an ihrer richtigen Stelle gehalten werden. Auch sollten diese Oeffnungepn ver- stellbar sein, damit nicht blos Glasbilder projicirt werden können, sondern auch Glascuvetten und ähnlicbe Vorrichtungen zur Vorzeigung chemischer und physikalischer Experimento erforderlichen Falles Platz finden. Wie auch sonst noch der leichte Wechsel der Demonstrationsobjecte gefördert werden kann, muss an anderer Stelle gezeigt werden, da dies nicht Sache des Apparates, sondern der Hilfsgeräthschaften— hier der Bildhalter, Cuvetten u. s. w.— ist.
5. Das Objecliv.
Die Lichstrahlen kommen von dem Bilde in das Objectiv, von dem die Schönheit und Klarheit des Wandbildes— ausser von der(Qualität der Glas- bilder, also so weit der Projectionsapparat in Frage kommt,— bei Weitem am meisten abhängig ist. Es ist daher sehr thöricht, bildet aber die ziemlich ausnahmslose Regel in der Praxis, an dieser Stelle sparen zu wollen. Aller- dings ist gerade hier das Knausern am lohnendsten und deshalb am ver- lockendsten; denn es ist ganz wohl möglich, einen käuflichen Apparat fix und fertig um die Hälfte des Preises zu erstehen, der unter Umständen allein für ein nach Lage der Sache vorzugsweise zu empfehlendes Objectiv anzulegen wäre. In dieser Beziehung hat die grosse Ausbreitung der Liebhaberphoto- graphie insofern zur Verbéesserung der Situation erheblich beigetragen, als das Verständnis für die verschiedene Leistungsfähigkeit optischer Gläser in weiteren Kreisen anzutreffen ist, man sich— insbesondere durch die jüngsten überraschenden Neuschöpfungen auf dem Gebiete der Objective— an namhafte Preise für bessere Instrumente zu gewöhnen angefangen hat, und vielfach bereits vorzügliche Objective vorhanden sind, die ohne Weiteres neben der photographischen Verwendung auch zu Projectionszwecken Verwerthung finden können, so dass eine besondere Ausgabe für diesen soust schmerzlichsteu Theil eines guten Projectionsapparates gänzlich entfällt.
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