Jahrgang 
1894
Seite
297
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Da hörte ich von der Errichtung eines wald. Schnellphotograpbie besseren Genres einrichten zu wollen.

erhielt von Sr.

diese Aufhellung der Camera ist es wiederum erklärlich, dass unter Umständen

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. 31. Dautsche Photographen-Zeitung 1894.

grossen Volksgartens im Grune- Kurz entschlossen sandte ich dem Unternehmer mein Anerbieten, eine Bereitwilligst er- als ich es mir nur

hielt ich die Zusage, und der Contract wurde so günstig, Die Wabl des Platzes blieb meinem eigenen

wünschen konnte, abgeschlossen. Ermessen überlassen.

Meine Wohnung in Berlin bot mir zunächst einen bequemen Stapelplatz für meine Einrichtung. Nun hatte ich zu probiren, zu berechnen, Pläne zu

zeichnen u. a. m., So dass mir jeder Tag volle Beschäftigung bot. Ausserdem

war ich in der Lage, Alles gegen Casse und engros kaufen zu können,

was mein Selbstbewusstsein nicht wenig hob. Eine längst nicht mehr gekannte

Freudigkeit durchströmte meine Brust und liess mir Widerwärtigkeiten als

gering erscheinen.

Ich liess das Atelier dauerhaft und verschlusssicher herstellen, so dass es gegen Zufälligkeiten von vornherein geschützt war; ausserdem ist es gegen Feuersgefabr versichert.

Zur grösseren Sicherheit nehme ich in jenem kleinen Handkoffer Camera, Objectiv, Platten etc. stets mit in meine Wohnung, er ist nicht schwer, und ich kann beruhigt schlafen. Stativ, Auslagrahmen und die anderen grösseren Utensilien reizen weniger, und sind demgemäss auch genug geschützt. Andere Belästigungen hält der Hund fern, den ich jeden Abend gut füttere, damit er bei seinem Wächteramte nicht in Versuchung geräth.

Aller Anfang ist schwer! und so wollte mir im Anfang Manches nicht so recht gefallen, ich hatte mehr von der Zukunft erhofft und gefordert, und der Standesdünkel nahm mir die rechte Lust und die innere Zufriedenheit. Jetzt bin ich damit schon ganz ausgesöhnt, so klein mein Geschäft auch ist, es bietet mir eine sichere Existenz und lässt mir auch noch Zeit, meine Lieb- habereien auszuführen.

Sie sehen, lieber Freund, zum Glücklichsein gehört nicht viel, wenn man sich den Hunger vom Halse halten kann, leimt man Stück für Stück sein Ideal zusammen, dann merkt man es kaum, dass es zertrümmert war. Sollten Sie einen Nutzen aus meiner Erzäblung gewonnen haben, so wäre es dieser:Der Mensch verzage nicht, er gewöhnt sich an Alles!

Und da wir im Grunewald nicht übernachten wollen, so ist es hohe Zeit, nach der Bahn zu gehen! Kellner, zahlen! Mit diesen Worten schloss mein

neuester Freund seine Erzählung, wofür ich nur einen Händedruck zur Ant-

wort hatte.

Als ich aber auf der Rückfahrt die Ruhe und Zufriedenheit, die sich in Allem ausprägte, beobachtete, sagte ich mir, dass Herr X doch beneidens- wertber sei, als manch grosser Photograph, der oft genug nur ein glänzendes Elend repräsentirt.

Personalia.

Unser Mitglied Herr Hofphotograph Albert Meyer in Berlin

k. k. Hoheit dem Herzoge von Toscana die goldene Verdienst- medaille für vorzügliche Leistungen auf dem Gebiete der Photographie.

Schleier durch grosse Objective.

Unser Mitglied Herr Oswald Graf in Zwickau theilt uns mit, dass er beim Gebrauch einer BHandcamera auf einen eigenthümlichen Fehler aufmerksam ge- worden sei, der unter Umständen leicht zu vermeiden sein dürfte. Wenn man nämlich für eine Camera bei weiten Entfernungen, oder um ein grosses Bild zu er- halten, ein Objectiv gebraucht, welches eine bedeutend grössere Fläche auszeichnet, go ist es selbstverständlich, dass, weil nur der mittlere Theil des Bildes auf die platte fällt, der übrige Theil zur Aufhellung der Camera beiträgt und durch

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