Jahrgang 
1894
Seite
280
Einzelbild herunterladen

Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 30.

bereits verschiedene Meldungen eingelaufen, die sich theils auf Geschenke, theils auf Garantiescheine beziehen. Wir vermissen aber unter den Einsendern noch sehr viele von denjenigen Freunden und Bekannten, die uns wiederholt mündlich die Zusage gemacht haben, dass sie, sobald wie der Aufruf erfolge, auch ibrerseits es an Betheiligung und Zeichnung der Garantiescheine niecht fehlen lassen würden. Es ist für uns ausser Zweifel, dass diese Verzögerung lediglich eine rein zufaällige ist, sind wir doch durch viele Zuschriften von Collegen immermehr zu der Ansicht gekommen, wie ausserordentlich wünschenswerth und nothwendig eine solche Schule ist und haben dadurch das beste Vertrauen zu der Institution gewonnen.

Allerdings mit dem blossen Vertrauen ist es hier nicht gethan. Wenn wirklich etwas erreicht werden soll, so ist, wie wir dieses schon wiederholt ausgesprochen haben, von allen Seiten auch ein Opfer zu bringen, was Jeder nach seiner Kraft und seinen Fähigkeiten dann bringen sollte!

Wir bitten deshalb noch einmal unsere werthen beser sich durch Rück- sendung von ausgefüllten Garantiescheinen thätig an dem Werke zu betheiligen, damit noch vor der Wanderversammlung die einleitenden Schritte zu den Wahlen des Vorstandes der Schule geschehen können.

Weimar den 20. Juli 1894. Der Vorstand des Deutschen Phot.-Vereins.

J. A.: K. Schwier.

Ueber die Beziehungen zwischen Silber- und Gelatinemengen in Bromsilbertrockenplatten.

Von J. von Norath.

Durch verschiedene deutsche photographische Fachzeitschriften läuft zur Zeit ein Artikel, in welchem ein Aufsatz aus dem Brit. Joury of. Phot. repro- queirt ist, in dem eigenthümliche Mittheilungen über die Menge des Silbers in photographischen Platten, und die Einwirkung der Gelatine gemacht werden. Weil das Thema an und für sich interessant ist, sodann aber auch weil die englischen Aeusserungen nicht ganz meinen Ansichten entsprechen, will ich versuchen, den Leser über die betreffenden Punkte aufzuklären und ihn hier- für zu interessiren. Dass ich dabei vielleicht mit anderen Theoretikern und Praktikern in Meinungsverschiedenheit kommen kann, soll mich durchaus nicht von einer sachgemässen Besprechung abhalten.

Der englische Autor kommt, nach der mir vorliegenden auszugsweisen Uebersetzung, zu dem Schlusse,dass die Dichtigkeit des negativen Bildes nieht von der in der Schicht enthaltenen Silbermenge abhängig ist, indem eine 18224 cm Platte, welche nur s g Silber enthielt, eine bedeutende Dichte liefert, während eine andere, welche siebenmal soviel Silber enthielt, ein zwar durechgearbeitetes, aber nur sehr schwaches Bild liefere.

Dieser Ausspruch ist nun jedenfalls ganz richtig und überall anerkannt; mit dem nachstehenden Satze aber können wir uns nach meiner Ansicht nicht einverstanden erklären. Es heisst dort in der deutschen Arbeit:

Genauer präcisirt sind die Schlüsse, zu denen der(engl. ²) Verfasser ge- langt, die folgenden: b

Die Dichte des Bildes bängt nicht von der Menge des metallischen Silbers ab, welches vom Entwickler in Wirklichkeit reducirt wird; d. h. die Licht- undurchlässigkeit wird nicht vom Silber selbst geliefert, sondern in dem Augen- blicke, in welchem es durch den Entwickler aus seiner Verbindung mit Brom redueirt wird, geht es sofort eine Verbindung mit der organischen Sub- stanz des Entwicklers oder der Gelatine ein, und auf dieser organischen Substanz in ihrer Verbindung mit dem Silber beruht die Dichtigkeit des Bildes eher als auf der Menge des reducirten Silbers.

Diese Ansicht finden wir nicht zum ersten Male in der betreffenden Fach- zeitschrift ausgesprochen, schon früher, im Jahre 1894, findet sich die Ver- muthung, dass bei aneopirten Bildern auf Aristopapier die nöthige Kraft theil- weise durch Verbindung der Oxydationsproducte mit dem Silberkern erhalten

N