Jahrgang 
1894
Seite
270
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270 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 29.

Licht nicht leicht ist, zu erhellen. Ist die Sonne bedeckt, so muss die Ex- position etwas läanger genommen und darauf Acht gegeben werden, dass die Details im Schatten nicht verschwimmen.

Wenn es, im zweiten Falle, nicht friert, so wird die Photographie noch schwieriger. Alsdann handelt es sich nicht darum, die allgemeine Monotonie zu vermeiden, sondern im Gegentheil die zu scharf markirten Gegensätze zu mildern. Der schmelzende Schnee bedeckt nur noch einen Theil der Gegen- stände, die Zweige sind oben weiss, zeigen aber unten die braunlichen linten des feuchten Holzes; die Stämme behalten ihre Schneeschicht nur auf deun nach Norden gewandten Flächen, während die anderen fast schwarz aussehen, die Strassen sind mit röthlichem oder schwärzlichem Schmutz bedeckt, von dem sich einzelne Flecken noch ungeschmolzenen Schnees abheben. Um eine derartige Landschaft auf der Photograpbie richtig und gut wiederzugeben, muss man langsam mit einem wenig energischen Pyrogallus-Entwickler, dem Bromür zugesetzt ist, arbeiten.

Die farbenempfindlichen Platten und die gelben Scheiben bewähren sich vorzüglich, namentlich wenn der Hintergrund sich in einer bläulichen Tinte verliert. Der Druck der Photogramme von Schneelandschaften geschieht auf Bromsilber- oder Platinpapier, weil diese mit grösserer Wahrheit die Wirkungen des Schnees wiedergeben, als dies die warmen Tinten des Albumin- und Aristo-Papiers vermöchten.

Einen stereoskopischen Apparat für botanische Aufnahmen

in natürlicher Grösse bescbreibt P. Bergon wie folgt:

Eine Stereoskop-Camera wird auf ein Brett geschraubt, das horinzontal auf vier Füssen ruht. Vor der Camera kann ein Gestell(zur Befestigung der aufzunehmenden Platten) senkrecht auf dem Camera- Untertheil mittels einer Zahnradeinrichtung beliebig hin- und zurückgeschoben werden; um das Scharf- einstellen zu erleichtern, befinden sich Zeichen auf dem Brett, wodurch die Aus- zugslänge der Camera und der richtige Platz für die Objectivplatte rasch fest- gestellt werden können. Je nach der Auszugslänge der Camera kann man Auf- nahmen, die den vierten Theil der natürlichen Grösse betragen, oder auch grösser machen.

Bergon gebraucht zwei Objective von 14,5 cm Brennweite und arbeitet stets mit einer Blende von 14 mm Durchmesser. Die Mittelpunkte der Ob- jective sind 6 ecm von einander entfernt.

Der Botaniker, welcher von einem Ausfluge heimkehrt, kann mit einem derartigen Apparat ohne Zeitverlust die gesammelten interessanten Pflanzen stereoskopisch photographiren. Die Abdrücke, welche fertig sind, werden am besten im Herbarium mit einer Etikette versehen; sie bilden dann mit dem Relief, das die Pflanze vollkommen naturgetreu wiedergiebt, Urkunden von grossem Werth für die Bestimmung der Arten.

Das Verderben der in den Schaukästen im Freien ausgestellten Photographieen soll weniger der Einwirkung des Lichtes, als der in diesen Kästen einge- schlossenen Feuchtigkeit zuzuschreiben sein. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, wird empfohlen, in den hölzernen Seiten des Kastens Löcher anzubringen, damit die Luft frei circuliren kann. Um zu verhindern, dass mit der Luft zugleich Staub in die Kästen dringt, sind die Oeffnungen mit Wetterpfropfen zu schliessen. Aus demselben Grunde darf das Bild nicht die Wand berühren, sondern es muss sich zwischen beiden ein kleiner Zwischenraum befinden.

Eingegangen bei der Redaction: Eduard Liesegang, Düsseldorf: Preisverzeichniss über photographische Apparate, f** piere, Präparate und Literatur. Theodor M ünch& Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Niederlahnstein a. Rh.: Anzeige über Errichtung einer Fabrik zur Herstellung photographischer Papieére, sowie Preisverzeichnisse über Industria-Celloidinpapier, Industria-Aristopapier und I- dustria-Albuminpapier.

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