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Nr. 28. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 269
Die photographische Anstalt„Phöbus“ in Constantinopel hat prächtige b
Bilder von Personen aus türkischen Städten, Herr Fiorentini aus Padua directe (Platin-) Photographieen ausgestellt. Die Firma G. B. Unterooger aus Trient zeigt vortrefflich gelungene, mittels photographischen und photocollographischen Verfahrens erzielte Alpenansichten, die Firma Rebmann aus Chaux de Fonds grossartige Photographieen auf Silberbromürpapier, die Firma Rizzi aus Mai- land Photographieen in prachtvollen Farben. A. Pospisile aus Padua und Intergugliemi aus Palermo bieten wahrhaft überraschende Panoramas und Arbeiten bei künstlichem Licht. Herr Croci aus Mailand zeigt sich als äusserst geschickter Retoucheur, indem er durch Gebrauch und Zeit verwischte Photo- graphieen reproducirt und vergrössert, sowie mittels der Retouche tadellos hergestellt hat.
Im Allgemeinen bieten sämmtliche Berufsphotographen bezüglich der Art und Weise, wie sie Negative entwickeln, oder der Mittel, denen sie bei den von ihnen angewandtin Verfahren den Vorzug geben, hochinteressante Eigen- thümlichkeiten. Sie alle zu erwähnen, würde eine richtige Herkulesarbeit sein.
Die zweite Classe bilden die Dilettanten; Dilettanten nur dem Namen nach, denn sie könnten ihren Leistungen nach sämmtlich ebenso gut als Berufsphoto- graphen gelten. Landschaften, Gruppen, alpine Vorwürfe, Vergrösserungen, Platinotypieen ete., grosse und kleine Momentaufnahmen nicht zu vergessen, zieren diese Classe.
Um nicht in eine unwillkürliche Unhöflichkeit dadurch zu verfallen, dass wir vielleicht den einen oder andern Namen auslassen, verzichten wir lieber auf die Nennung einiger; indessen können wir sämmtlichen Ausstellern nur unser Compliment machen.
Ebenso nennen wir keinen Namen bei der dritten Classe, die Aufzählung sämmtlicher Industriellen und Lieferanten von photographischen Maschinen, Apparaten, photographischem Zubehör etc. würde kein Ende nehmen.
Die vierte Classe ist die wissenschaftliche; zu derselben gehören unter andern Ausstellern auch die Sternwarte des Vaticans, verschiedene Observa- torien und Museen mit astronomischen Photographieen, der Professor Albert Londe, Director des photographischen Cabinets der Salpetrière zu Paris etc. Andere haben Chromophotographieen und photographische Bücherausgaben ausgestellt. Endlich bietet das militairgeographische Institut in Florenz höchst gelungene, mittels der Photographie hergestelſte typographische Reliefs. B.
Die Photographie von Schneelandschaften
bleibt immer, so viel man auch Gegentheiliges bebaupten mag, eine schwierige Sache; nur mit der grössten Aufmerksamkeit bei Bestimmung der Exposition und bei Ausführung der Entwicklung kann man wirbklich gute Resultate zu erzielen hoffen.
Ehe wir auf die zu verfolgende Methode eingehen, schicken wir voraus, dass die in das weisse Gewand gehüllte Natur je nach der Temperatur zwei von einander gänzlich verschiedene Anblicke bietet. 1 Wienn einem reichlichen Schneefall Frost folgt, so ist Alles weiss; die Häuser, die Strassen, die Wege, die Bäume, die Felder sind bedeckt. An jedem Zweige glitzern Eiszäpfehen, und die Sonne übergiesst die ganze Natur gleich- sam wie mit einem glänzenden Pulver. In diesem Falle sind die Contraste nur gering, die Schatten sind kaum durch eine bläuliche Tinte angedeutet, deren Wiedergabe selbst den Malern schwer fällt. Um einer derartigen Land- schaft Wirkung zu verleihen, muss man die Contraste zwischen Licht und Schatten ausgeprägter zu gestalten suchen und zu diesem Zwecke fast mit dem Rücken gegen die Sonne und zu einer Stunde operiren, welche sich am besten zur Erreichung dieser Anforderungen eignet. Man thut gut wenig, nur ein Viertel der Zeit, welche derselbe Gegenstand an einem schönen Somwer- tage erfordern würde, zu exponiren, und schnell mit einem an Pyrogallus sehr reichen Entwickler zu entwickeln. Die Momentaufnahmen gelingen auf diese Weise vorzüglich; wir fügen noch hinzu, dass die Schneereflexe auch dazu beitragen, sehr dunkle Innenräume, deren Photographiren mit gewöhnlichem
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