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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Lesezirkel 1894.
Es gelangten zur Versendung am 10. Juli 1894:
Reihe I. Phot. Correspondenz Nr. 406. Reihe IX. Die Photographie Nr. 55. „ II.„„ 406.„ XII. British Journal of Ph.„ 1782. „ Mittheilungen„ 7. Phot. News„ 1870. „ III. Dieselben„ 7.„ XIII. Phot. Times„ 666. „ VI. Phot. Notizen„ 355. Bull. de la Soc. Franc.„ 12.
VII.„ Wochenblatt„ 26/27.
Verleihung von Diplomen an Photographen-Gehilfen. § 8 der Bestimmungen zur Verleihung von Diplomen an Photographen- Gehilfen lautet:
Die Anträge nebst ausgefülltem Fragebogen sind mit der Unterschrift und dem Siegel des Antragstellers längstens vier Wochen vor Be⸗ ginn der Wanderversammlung an den Vorsitzenden des D. Phot.-V. einzureichen.
Darauf hin hat Herr Jos. Rödler in Kirn a. d. Nahe Herrn Wilh. Si-
mon, der bereits 5 ¼ Jahr als Gehilfe in seinem Geschäft thätig ist, zu einer
Auszeichnung vorgeschlagen.—
Gleichzeitig mache ich die verehrlichen Mitglieder darauf aufmerksam, weitere Anmeldungen möxglichst bald einzureichen, da diese zufolge des oben angeführten§ 8 nach dem 24. Juli sonst nicht mehr berücksichtigt werden
können. Weimar, 8. Juli 1894. K. Sehwier.
Spiritismus in der Photographie.
„Spiritismus“ und„Medien“ sind zwei Ausdrücke, die man nicht nur drüben bei den Yankees, sondern auch in unserm gelehrten Vaterlande in neuerer und neuester Zeit häufig genug lesen und hören kann. Namentlich in gewissen Schichten der Gesellschaft finden sich genug Anhänger des Magischen und Mystischen, und die Planchette wird auch dort vielleicht manchesmal den Ver- mittler zwischen der Geisterwelt und diesem armseligen irdischen Jammerthal machen, wenngleich in Deutschland dieses seltsame Instrument noch keinen Eingang gefunden zu haben scheint.
Wer kann es im Grunde genommen auch wohl Jemand wehren sich mit dem Uebersinnlichen praktisch zu beschäftigen? Sagt doch der oft eitirte Shakespeare schon, dass es zwischen Himmel und Erde Dinge giebt, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt.
Soweit wäre nun wohl Alles ganz gut und wohl, und man könnte sich mit dem Gedanken trösten, dass man nicht Alles zu sehen braucht, was malb doch glauben kann; aber über diesen Standpunkt sind wir ja lange hinaus. Mittels der oben erwähnten Planchette machen ja, wenn man den bezüglichen Mittheilungen vollen Glauben schenkt, wozu kein Gegengrund vorliegt, die Geister directe und schriftliche Mittheilungen und zeichnen sogar in bester Form auf gewöhnliches irdisches Papier, wenn dies erforderlich ist. Wer will denn da noch an der Existenz einer geheimnissvollen Verbindung der irdischen Welt mit der Geisterwelt zweifeln?
Doch genug davon. Die Klopf-, Schreib- und Zeichengeister können uns nicht mehr imponiren, seitdem man gefunden hat, dass es Geister giebt, die sich wirklich und wahrhaftig photographiren lassen, sodass man ganz bequem bei hellem Tageslicht diese Wesen einer andern Welt studiren kann. Dies Experiment gelingt nicht nur mit einer sogenannten Monocle-Camera, sondern es kann auch eine regulaire Stereoskopcamera angewendet werden, in welchem Fall die Geister im Bilde aber nicht stereoskopisch, sondern entsprechend ihrer Nichtkörperlichkeit flach erscheinen.
Der eine oder andere der geehrten Leser wird bereits denken:„Na, ua, der alte Witz mit der Chininzeichnung braucht doch auch in der sauren Gurken- zeit nicht aufgewärmt zu werden.“
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