Jahrgang 
1894
Seite
234
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sondern auf die Leistungen selbst. Demgemäss wird er auch einer Ausstellung in Treptow seine Gunst nicht entziehen. Dass das Kunstgewerbe gern mit der hohen Kunst zusammenmarschirt, ist erklärlich. Aber der Schwerpunkt kunst- gewerblichen Schaffens liegt doch in der tüchtigen Technik und mithin im Bereiche von Handwerk und Industrie. Zu einer Gewerbeausstellung gehört auch das Kunstgewerbe, und zwar als feinste Blüthe des Gewerbes. Diese Auffassung sollte unbedingt in kunstgewerblichen Kreisen die maassgebende sein und zu einer regen Betheiligung an der Berliner Gewerbeausstellung 1896 antreiben.(Noss. Ztg.)

Fragekasten.

Fragen. 1125) Warum färbt sich beim zusammengesetzten Pyro-Hydrochinon-Entwickler die Lösung 3 und 4 immer ganz schwarz beim Filtriren, sodass die Platten ganz gelb werden?

1126) Kann in der Angelegenheit des Herrn C. Walther in Kiel betr. Offenhalten der Schaukasten(vgl. Nr. 9 u. Nr. 18 der D. Phot.-Ztg. 1894) nicht noch weiter an das Reichsgericht gegangen werden? Es wurde von competenter Seite schon hierauf hingewiesen mit der Be- merkung, dass das eine Aufgabe für den D. Ph.-V. sei, dergl. Angelegenheiten bis zur Ent- scheidung durchzufechten.

Antworten.

zu Frage 1125) Der betr. Entwickler wurde nach dem Deutschen Phot.-Kal. 1894 wie

folgt angesetzt: IIe. mit Pyrogallol und Soda(nach Cooper Perutæ). Lösung 1) 100 g schwefligs. Natron, chem. rein, 500 g dest. Wasser, lauwarm, 14 g Pyrogallol, reinstes. Lösung 2) 50 g kryst. kohlens. Natron, chem. rein, 500 g dest. Wasser. Beide Lösungen sollen farblos rein sein und sind haltbar.

Müller-München giebt zu Lösung 1) noch 10 g Citronensäure, besonders bei Platten, welche schwer Deckung geben, vortheilhaft..

Bei Portraits von beiden Lösungen und dest. Wasser gleiche Theile, bei Moment. aufnahmen, in denen grelle Beleuchtngscontraste vorkommen, wmehr Wasser(2.3 Theile) und die Lösung bis 30 Minuten wirken lassen.

Bei Interieurs verdünne man gleichfalls.

Bei Ueberexposition füge man zu 100 cem Entwickler 1 1,5 cem Bromkaliumlösung l: 10.

IIIa. mit UHydrochinon(nach Er. Müller-München).

Lösung 1) 250 cem dest. Wasser, Lösung 2) 5 g Hydrochinon in 20 g schwefels. Natron, V 25 cem dest. Wasser, 20 g kohlens. Kali b

b 25 cem Alkohol. Zum Gebrauche: 100 cem Lösung Nr. 1) mit 10 2).. Im Fixirnatron zuweilen krystallinischer Niederschlag, der sich auf der Plattèe festsetzt. Zu vermeiden durch Einlegen der Platte vor dem Fixiren in das folgende Bad: 10 Theile Alaun, 100 Wasser, 2 Salzsäure, 1,12 sp. G.

1IIIc. mit Hydrochinon und Pyrogallol(nach kr. Müller-München).

Der Entwickler IIIa kann auch mit dem auf S. 3 unter IIc angeführten Pyrogallolent- wickler nach Cooper-Perutz verbunden angewendet werden. Man mischt dann 10 Theile Entwickler IIc mit

40 Theilen III a.

Zu Frage 1126) Der D. Ph.-V. würde sich mit Freuden der Durchführung dieser Ange⸗ legenheit unterziehen, wenn da überhaupt noch etwas durchzuführen wäre. Die betr.compe- tente Seite scheint in diesem Falle wohl einmal sehr iucompetent geurtheilt zu haben! Sob ald ein Urtheil der Strafkammer in der Berufungsinstanz vorliegt, so ist hingegen nur noch das Oberlandesgericht ausschliesslich zuständig(für Preussen bei allen nur nach Landesre cht strafbaren Handlungen das Kammergericht). Gegen die in solcher Revisionsinstanz erlassenen Urtheile giebt es überhaupt kein weiteres Rechtsmittel. Wir haben dieses bei verschiedenen Gelegenheiten in Sachen Schaukastenfrage schon klargelegt und ebenso auch dabei erwähnt, dass die betr. Vorschriften gar keine solchen für das deutsche Reich, sondern nur localer(pro-

vincieller) Natur sind. Die betr.competente Seite scheint das wohl übersehen oder nicht ver- standen zu haben.

Eingegangen bei der Redaction: 1 b 60 do r Schröter, Leipzig: Preisliste über Negativ-Bewahrer, Plattenkasten etc. n. Mielisch, Berlin 80:: Preisliste über photographische Cartons.

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Deutsche Photographen-Zeitung 1894. V. 24.*

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