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—— 6.
Nr. 24. Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
Vermischtes.
Von der Gewerbekammer des Grossherzogthums Sachsen geht uns nach- stehendes Schreiben in Absebrift zu, welches wir im Interesse unserer Leser hier veröffentlichen.
Der Reichskanzler.
(Reichsamt des Iupern.) Berlin, den 10. Mai 1894.
In dem abschriftlich beifolgenden Schreiben vom 27. v. M. hat die hiesige Kaiserlich russische Botschaft zur Sprache gebracht, dass die ausläudischen Interessenten sich häufig weigern, für ihre an das russische Zolldepartement oder den russischen Finanzminister gerichteten, meist auf den Nachlass von Zollstrafen bezüglichen Eingaben die vorgeschriebenen Stempelgebühren zu entrichten. Die gedachte Botschaft bat an diese Mittheilung die Bitte geknüpft, es möchten die betheiligten Kreise von zuständiger Stelle aus darauf hinge- wiesen werden, dass den fraglichen Gesuchen stets 2 Stempelmarken zu 80 Ko- peken oder der entsprechende Betrag in russischem Gelde beizufügen sind und dass ohne Entrichtung der fraglichen Gebühr diese Eingaben keine Berücksich-
tigung finden können.
Dem Grossberzoglichen Staatsministerium darf ich ergebenst anbeimstellen, von Vorstehendem den Interessentenkreisen des dortigen Staatsgebietes in ge- eignet erscheinender Weise Mittheiluang machen zu wollen.
Der Reichskanzler. Im Auftrage:(gez.) Bosse.
Der erste Photograph soll der englischen Zeitschrift„Photography“ zufolge der am 2. Mai 1687 zu Colbitz in damaligen Herzogthum Magdeburg geborene Johann Friedrich Schultze und 1770 Professor der Medicin an der Universität Halle gewesen sein. Im Laufe des Jahres 1727 soll Schultze, als er zum An- stellen eines Experimentes salpetersaures Silber auf Kreide geschüttet, constatirt haben, dass die Schwärzung dem Einflusse des Lichtes und nicht der Wärme, wie man vorher glaubte, zuzuschreiben sei. Indem er sich auf diese Wahr- nehmung stützte, soll es ihm gelungen sein, das photographische Bild zuerst einer Schnur, dann verschiedener gedruckter Inschriften herzustellen. Schultze
starb 1741. 1 (Aus Pillustration, 12./5. 94.) B.
Die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896
scheint noch manche Hindernisse überwinden zu müssen, die nicht sehr ange- nehmer Natur sind. Eine Nachricht geht uns zu, die, falls sie sich bewahrbeiten sollte, nur Verstimmung hervorrufen kann. Der Verein für deutsches Kunst- gewerbe und einige sich ihm anschliessende kunstgewerbliche Vereine wollen im Jahre 1896 in Verbindung mit der grossen Kunstausstellung, also im Landes- ausstellungsgebàäude und im Ausstellungspark, ausstellen. Es liegt auf der Hand, dass ein solches Unternehmen die Ausstellung im Treptower Park in erbeblicher Weise beeinträchtigen würde. Gerade das Kunstgewerbe verleiht den Gewerbe- ausstellungen einen vornebmen Reiz, wäbrend ihnen ein erhebliches Maass der Anziehungskraft verloren geht, wenn es fern bleibt. Dass triftige Gründe für diese Sonderung oder vielleicht auch nur für diese Spaltung des Kuost- gewerbes vorliegen, ist nicht einzusehen. Jedenfalls muss der Entschluss erst in jüngster Zeit Boden gewonnen baben, konnte doch noch in der Januarsitzung des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleisses der Vorsitzende des Arbeits- ausschusses der Berliner Gewerbeausstellung 1896 hervorheben:„aller Wabr- scheinlichkeit nach wird unsere Ausstellung eine nationale Kkunstgewerbliche auch werden“. Wenn die Wandlung in kunstgewerblichen Kreisen vielleicht auf die Wahl des Treptower Parks zurückzuführen ist, weil man vermeint, dass sich dort ein kaufkräftiges Publikum, wie es für kunstgewerbliche Gegen- stände erforderlich ist, nicht einfinden werde, so ist das doch eine geradezu willkürlieche Annabme. Wer wirklich Interesse an der Ausstellung and ins- besondere an kunstgewerblichen Leistungen bat, sieht nicht auf den Platz,


