Jahrgang 
1894
Seite
210
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210 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 22.

Es dürfte sich empfehlen, die Absendung der sämmtlichen auf Veranlassung des Deutschen Photographen-NVereins für St. Louis gefertigten Ausstellungsbilder zusammen stattfinden zu lassen; wir bitten deshalb die werthen Aussteller, die sich betheiligen wollen, sofort dem Vorsitzenden des Deutschen Photographen- Vereins, Herrn K. Schwier in Weimar, Mittheilung von ihrer Absicht zu machen. Die näheren Angaben, wohin und bis wann die Ablieferung der Ausstellungsgüter zu erfolgen hat, werden erfolgen, sobald die betr. Unterhandlungen zu einem

Resultate geführt haben. Die Versendung der Ausstellungsgüter nach St. Louis erfo

auf Kosten des Vereins.

Igt in diesem Falle

Schleswig-Holsteinischer Photographen-Verein.

Die Wandermappen sind bereits in Circulation gesetzt und wir bitten dringend, dieselben binnen drei Tagen weiter gehen zu lassen. Die Reibenfolge der Versendung ist im Innern der Kisten genau bezeichnet.

Als Preisrichter für die allgemeinen Vereinsausschreibungen sind die Herren D. Wettern-Hamburg und F. Urbahns-Kiel gewählt, welche bereitwilligst dieses Amt übernommen haben.

Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, dass es bei der Stiftung der Herren Westendorp& Wehner heissen muss: Zur Bewerbung ist jecer Photograph in Schleswig-Holstein zugelassen, gleichviel ob er Mitglied des Vereins ist oder nieht, sowie die ausser Schleswig-Holsteins wohnenden Mit- glieder. 3 Der Vorstand.

Erleidet im nassen Kollodionverfahren die empfindliche Schicht durch die Belichtung und Entwickelung eine che- mische Veränderung oder nicht?

vVon J. v. Norath.

Vor längerer Zeit entstand in der D. Phot.-Zeitung eine interessante Dis- eussion über die Frage, ob das belichtete Jodbromsilber im nassen Process unter dem Einfluss des Entwicklers intact bleibe, oder aber eine chemische Veränderung erleide. Leider ist damals diese äusserst wichtige und inter- essante Frage nicht entschieden worden. Wir wollen nicht den beregten Gegenstand auf Grund des damals augeführten Für und Gegen behandeln, son- dern nur einen Satz aus einem der Artikel herausgreifen, welcher folgender- maassen lautet:...... des belichteten Jodbromsilbers eutsteht(welehes letztere bei der Entwicklung chemisch ganz unverändert bleibt). D. Ph.-Ztg. Nr. 11, 1891. 1

Nach diesem Satze müsste also eine belichtete Jodsilberschicht bei der Belichtung und Entwicklung chemisch ganz intact bleiben, denn der theilweise angezogene Satz sagt wörtlich:Es ist eine seit Jahrzehnten feststebende und allbekannte Thatsache, dass beim nassen Kollodionverfahren mit saurer (physikalischer) Entwicklung das Bild absolut nicht durch eine Reduction des belichteten Jodbromsilbers entsteht(welches letztere bei der Entwicklung chemisch ganz unverändert bleibt, und in der Fixage fortgeschafft wird).

Dieser Satz beruht auf der allerdings sehr verbreiteten Annabme, welebe die Einwirkung des Lichtes auf empfindliche Haloidsilberschichten in der Weise erklärt, dass der molecülare Zustand der Schicht in eigenthümlicher Weise verändert werde, eine chemische Wirkung aber, wenigstens im latenten Bilde, ausgeschlossen sei.

Nun weiss aber jeder Photochemiker, dass eine belichtete Bromsilberplatte durch die Belichtung einen Theil ibres Bromgehbalts verloren hat. das heisst. dass ein Subbromid gebildet wurde. Dieser Vorgang findet sich auch beim Chlorsilber, und wir können annehmen, dass dies auch beim Jodsilber der 3 jist. Der eine Satz steht unumstösslich fest, wollen wir aus Brom-,

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