Jahrgang 
1894
Seite
189
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Nr. 20. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 189

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Deutscher photographen-Verein. 1 8

An den Vorstand des Vereins zur Pflege der Photographie und verwandter Künste zu Händen des Herrn Th. Haake, G Frankfurt a. M. Ihre werthe Zuschrift vom 9. Januar d. Js. habe ich empfangen und wie ich Ihnen s. Zt. bereits mittheilte, bei der jetzt in Frank- furt a. M. stattgefundenen Vorstandssitzung des Deutschen Photograpben- Vereins vorgelegt. Unter Hinweis auf die früher von Seiten des Deutschen Photographen-Vereins in ähnlichen Angelegenheiten genom- mene Stellung haben wir den folgenden Beschluss gefasst:

Der Vorstand des Deutschen Photographen-Vereins erkennt die Nothwendigkeit eines photographischen Congresses nicht an, umsoweniger, da der grosse Deutsche Photographen-Verein bereits mit steter Berücksichtigung der übrigen Vereine die Interessen der deutschen Photographenwelt in nachdrücklichster Weise vertritt. Ich bin beauftragt, Ihnen Dieses mitzutheilen und zeichne

mit vorzüglichster Hocbachtung!

(gez.) K. Schwier, Vorsitzender des D. Phot.-V. worauf die folgende Antwort von dem YVorstande des Frankfurter Vereins ein- gegangen ist: 85 An den Vorstand des Deutschen Photographen-Vereins zu BHänden des Herrn K. Schwier,

Weimar. Ihr Geschätztes vom 28. März, worin Sie die Theilnahme an dem von uns geplanten Congress, der sich bei fast allen deutschen Fach-Vereinen der grössten Sympathie erfreut, ablehnen, haben wir erhalten und bereits bestätigt. Wir würden dasselbe unbeantwortet bei Seite gelegt haben, wenn in Ihrer Erklärung nicht behauptet würde,dass der grosse Deutsche Photographen- Verein mit steter Berücksichtigung der übrigen Vereine die Interessen der deutschen Photographenwelt in nachdrücklichster Weise vertrete. Wir erlauben uns dagegen zu bemerken, dass der Deutsche Photographen- Verein gar nicht in der Lage ist, dies zu thun. Er oder besser gesagt etwa, d. h. eine starke Minorität seiner Mitglieder kommt jährlich nur ein einziges Mal für wenige Tage zusammen und hat in dieser kurzen Zeit so vie] mit seinen eigenen Angelegenheiten zu thun, dass er sich mit der Vertretung der Interessen der gesammten deutschen Photographenwelt wenig befassen kann, noch weniger mit der Berücksichtigung anderer Vereine, die obendrein in dem grossen Vortheil sind, sich monatlich(mit Auschluss Juni- August) mindestens einmal zu versammeln und die daher viel besser im Stande sind, den Tagesereignissen gegenüber sofort Stellung zu nehmev. Die zwischen den Jahresversammlungen liegenden Kundgebungen und Beschlüsse des Deutschen Photographen-Vereins sind aussebliesslich Hand- lungen seines Vorstandes, der gegenüber dem grossen Deutschen Photographen- Verein und den übrigen Fachvereinen eine sehr starke Minorität bildet und nicht verlangen kann, letzteren gegenüber eine führende Rolle zu übernehmen. Im Uebrigen haben wir von derSteten Berücksichtigung wenigstens unseres Vereines von Seiten des Vorstandes des Deutschen Photographen-

Hochachtungsvoll! Der Vorstand des Vereins zur Pflege der Photographie und verwandter Künste, i. d. N. Th. Haake, corresp. Schriftführer.