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168 Heutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 17.
von jungen aus den Wirtshaäusern heimkehrenden Leuten ausgeübt. Varbtehe Dieb asaen freilich die Hände von solchen Unternehmungen, da sie ihnen nicht einträglich genug sind. Für den Eigenthümer sind aber auch kleinere fortgesetzte Sachbeschädigungen und Entwendungen höchst lästig und peinlicher Natur gegenüber denjenigen personen, deren Bilder gestohlen wurden, da man nicht weiss, in wessen Hände letztere gekommen sind und was für
ein unbefugter Gebrauch seitens Dritter mit denselben gemacht wird. Der- artige Excesse sollten als warnendes Beispiel mit hoher Strafe belegt werden.
Nächtliche Einbrecher mit Hilfe der photographie festzustellen
gelang vor Kurzem einem amerikanischen Grundbesitzer, dessen Comptoir schon mehrmals nachts von Dieben beimgesucht wurde, 80 dass unser Yankee, Wie uns das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz schreibt, auf folgendes originelle Mitte! verfiel: Eine Geheimcamera wurde in der Näbe
des Geldschrankes, auf welchen es die Einbrecher abgesehen hatten, so augebracht,
dass dieselbe nicht zu bemerken war; ausserdem wurden die Rosetten des Geldschrankes derart mit einer elektrischen Leitung in Verbindung gebracht, dass bei Drehung derselben sofort ein Magnesiumblitzlicht zur Entzündung kam. Der erwartete Erfolg blieb nicht aus, indem schon nach einigen Tagen die Camera ein Bild lieferte, welches zwei Personen am Geldschrank operirend dar- stellte. Nach diesem Bilde wurde es wirklich möglich, die Einbrecher zu ermitteln. Diese gestanden den Einbruch auch ein, ebenso dass sie beim Aufblitzen des Lichtes sofort gewusst hätten, dass ihr Schicksal besiegelt und ihre Verhaftung zweifellos sei.
Der berühmten Sternwarte zu Greenwich wurden neulich von einem englischen Privatmann die Summe von 100 000 Mark als Geschenk überwiesen mit der Bestimmung, dass dafür ein grosser Refraetor angeschafft werden söll, hauptsächlich zu dem Zwecke, um photographische Aufnahmen der Himmels- körper mit möglichster Schärfe und Genauigkeit auszuführen. Das lustra- ment, welches einen Linsendurchmesser von 60 cm bekommen soll. wird in dem in Ausführung befindlichen Kuppelbau der neuen astrophysikalischen Ab- theilung des Observatoriums Aufstellung erhalten.(Mitgetheilt vom Patent- und technischen Bureau von Richard Lüders in Görlitz.)
Fragekasten.
Frage.
1119. Giebt es Mittel, die Blasen- und Masernbildung bei Herstellung von Albumin- photographieen dur chaus zuverlässig zu verhüten und würde ein derartiges, ganz sichel wirkendes Mittel ein allgemeineres Interesse haben?
Antwort.
zu Prage 1119. Zu dieser Frage können wir folgende Mittel nennen, welche von Vel- zohiedlenen Seiten als wirkungsvoll gegen das Bilden von Blasen bei Albuminpapierbildern ge- nannt sind:
1. Man legt die Bilder, wenn sie getont und vom anhaftenden Goldbade abgespült sind. nach gutem Abtropfen in eine Schaale mit möglichst starkem Alkohol und zwar 80 lange, bis der Alkohol die Bilder vollständig durchdrungen hat, das Papier also glasig el- scheint. Befördert wird das Eintreten dieses Zustandes dadurch, dass man die Bilder im Alkohol häufig umlegt; alsdann werden sie noch einmal gewässert und fixirt.
2. Ein anderes Mittel besteht darin, die Bilder wie gewöhnlich zu fixiren, dann abe aus der Fixage nicht direct ins Wasser zu thun, sondern in eine verdünnte Lösung von Fixirnatron und aus diesem erst in den Wässerungskasten.
3. 40 Stelle der verdünnten Natronlösung kann man auch eine Lösung von Kochsal- nehmen.
Alle diese Mittel setzen aber voraus, dass die verschiedenen Lösungen möglichst gleiche
Demperatur haben, namentlich ist das bei der Fixage wohl zu bemerken, da hier durch dus Auflösen des Eixirnatrons im Wasser eine bedeutende Temperaturerniedrigung stattfindet.— Red-
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