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Nr. 13. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 129 Kaliumbichromat 8 g, Bromkali 4 g, Wasser 300 cem, doppelt chromsaures Kali 8 g, Bromkalium 4 g, Wasser 300 cem.
Man muss darauf achten, dass das Papier möglichst schnell und gleichmässig mit der Lösung in Berührung kommt, weil sonst leicht Streifen entstehen; das Schwimmenlassen muss mindestens fünf Minuten dauern, damit die Um- wandlung des Cbhlorsilbers in Bromsilber eine möglichst vollkommene ist. Hierauf wird das Papier schnell abgespült und 1—2 Stunden ausgewaschen. Wenn sich die gelbe Farbe des Papiers auf diese Weise nicht beseitigen lässt, kann man dem Waschwasser etwas Salzsäure, oder schlimmsten Falles etwas wässerige, schweflige Säure zusetzen. Wenn das Papier vollständig ausge- waschen ist, trocknet man es in absoluter Dunkelheit und erhält ein vollkommen haltbares Präparat, welches ziemlich empfindlich ist. Dasselbe bedarf nur einer momentanen Belichtung unter einem Negativ bei zerstreutem Tageslicht. Bei Lampenlicht genügen 10— 20 Secunden. Mit Eisen oder Amidol entwickelt, erhält man neutral schwarze Töne.
Der eigentliche Ancopirdruck wird mit Vorliebe auf Bromsilber ausge- führt, welches einfaches, gewöhnliches Zeichenpapier als Träger bat, und welches man nach Geschmack und Verwendung glatt oder rauh nehmen kann. Das Papier bedarf zu diesem Zweck zweier Operationen, nämlich des Salzens und des Silberns. Salzen kann man auf folgendem Bade:
Bromkalium 4 g, Jodkalium 1„ doppelt kohlensaures Kali 4„ Citronensäure 3„ Wasser 360„
Hierin wird das Papier vollkommen eingeweicht und dann zum Trocknen auf- gehängt. Diejenige Seite, welche sich nach innen krümmt, wird auf das Silber- bad gelegt, welches auf 100 cem Wasser 4—5 g Silbernitrat und 3 cem Eis- essig entbält. Vor dem Gebrauch kann man es filtriren. Das Silbern geschieht in der gewöhnlichen Weise mit 1— 1 ½ Minuten Schwimmzeit bei dunkelgelbem Licht. Weil das Papier beim Trocknen weit empfindlicher wird, muss das Trocknen in absoluter Dunkelheit geschehen.
Das Copiren geschieht so lange, bis ein schwaches Bild sichtbar ist und richtet sich nach dem Charakter des Negativs, die Norm ist 1 Minute. Die Entwickelung geschieht wie bei vielen Ancopirmethoden mittels einer gesättigten Galluslösung. Man erbält diese, wenn man in 1 Liter Wasser 30 g Gallussäure und ein kleines Stückehen Campher thut. Es muss immer unaufgelöste Gallus- säure in der Flasche bleiben. Sobald die richtige Kraft erreicht ist, wäscht man aus und fixirt. Der Ton der Bilder ist rothbraun bis sepiabraun, wenn man nach dem Fixiren gut wäscht, kann man die Bilder in einem essigsauren Goldbade violett bis schwarz tonen.
Statt des hier angegebenen Gallusentwicklers kann man auch einige der neuern alkalischen Entwickler, namentlich Hydrochinon, wenn passend moderirt, anwenden. Derselbe wird recht dünn und mit Zusatz von Bromkaliumlösung verwendet.
Gaedicke empfiehlt speciell folgende Vorschrift.: 40 ccem Hydrochinon-Pott- aschenentwickler werden mit 20 cem Wasser verdünnt; durch Zusatz folgender Lösungen erhält man warme Töne: a) für warmen Sepiaton: 3 Tropfen Bromkaliumlösung 1:10 und 20 Tropfen Ammoniumnitratlösung 1:10; b) für
Röthelfarbe: 1 Tropfen Bromkaliumlösung 1:10, 40 Tropfen Ammoniumnitrat
1:10 und 4 Tropfen Ammoniak. Um diese Töne mit Sicherheit zu erzielen, muss man genügend lange exponiren, sodass die Entwicklung in ½— 1 Minute vollendet ist; es will dies Alles ausgeprobt sein.
Die relativ kurze Belichtungszeit macht das zuletzt genannte Verfahren
äusserst werthvoll für Vergrösseruugen, welche in Aquarell, Pastell oder Kreide d
ausgeführt werden sollen. Es fallen hier alle Umständlichkeiten und Nachtheile


