Jahrgang 
1894
Seite
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110 Deutsche Photographen-Zeitung 1894. Nr. 11.

äxirbad zu benutzen, bezahlen müssen und die Fehler dieses Bades kennen gelernt. Von ca. 50 000 Photographieen, welche ich im Jahre 1892 lieferte, ist heute keine mehr in einem Zustande, welcher eine Empfehlung für mein Ge- schäft ist, und der weitaus grösste Theil dieser Bilder ist ganz verdorben. Ich überzeugte mich biervon, indem ich die Albums meines Kundenkreises durchblätterte. Mit grosser Mühe und Kosten erwarb ich mir wieder die durch diese Lieferungen verlorenen Kunden und würde gern alle mit Tonfixirbad bebandelten Bilder ersetzen, Wenp dies möglich wäre. 80 mancher meiner werthen Collegen sieht trotz der grössten Sorgfalt, welche er seinem Geschäft widmet, dasselbe nicht vorwäarts schreiten und in manchen Fällen sogar zurück- gehen. Sollte nicht mancher Geschaftsinbaber die Ursache in dem Fehler, den jch beging, sucben? b zuchliß wecdfhs bei Bebandlung mit Tonfxirbad alle bestimmten Vorsichts- maassregeln; den Bleigehalt reducirte ich auf ein Minimum, den fünften Theil der allgemeinen Vorschrift; nach je 5 Bogen setze ich frisches Fixirnatron zu, fxirte die Bilder noch nach der Tonung während 4 5 Minuten in einem 5%-Fixirbade, wusch dieselben sorgfältig unter der Brause ab und wässerte solange wie die damaligen Celloidin-Papiere die Wàsserung ohne Veränderung des Tones vertragen konnten(13 Stundeon); jedoch ohne durch alle diese Sorgfalt die Haltbarkeit der im Tonfixirbade gefärbten Bilder erböhen zu können. Nachdem ich selbst die Fabrikation des Celloidinppapiers angefangen hatte, richtete ich besonders mein Augenmerk darauf, eine Emulsion herzustellen, welche eine längere Wässerung der Bilder gestattete und hoffte dadaurch eine genügende Haltbarkeit zu erreichen. Ich bemerkte jedoch, dass selbst eine 24 stündige Wässerung, welche mir nun möglich war, keine Garantie für die Haltbarkeit der im Tonfixirbad gefärbten Bilder geben konnte. Obwohl dadurch die Zerstörung auf einige Zeit hinausgeschoben wird, ist die Haltbarkeit doch für einen Fachphotographen nicht hipreichend, da schon nach mehreren Mo- naten die Brillanz des Tones verloren hat und dem jetzigen Zustande der Bilder nach zu urtbeilen dieselben nach 12 Jahren das Gegentheil einer Ge- schäftsempfehlung sein werden. Von der Benutzung des Tonfixirbades in seiner jetzigen Zusammensetzung ist jedem Fachmanne in seinem Geschäfts- interesse entschieden abzurathen und es ist auch sehr anzuempfehlen neue Aenderungen mit grösster Vorsicht aufzunehmen; d. h. nach gemachten Ver- suchen den Ersatz mindestens ein Jahr abzuwarten. Man hört von vielen Seiten, dass im Tonfixirbad gefärbte Bilder sich im Schaukasten sogar in der Sonne lange Zeit fast unverändert gehalten haben. Niemand sollte sich dadurch täuschen lassen, da Celloidinbilder von der Lichteinwirkung nicht vergilben. Ich constatirte an meinem Schaukasten, dass es gerade die Sonnenwärme und auch der Luftzug, in welchem dieselben sich zum Theil in einer Passage befinden, ist, der die Bilder in besserem Zustande durch die so unterbaltene Trockenheit erhält. leb wurde durch ein Bild, das ich von einem unter gleichen Umständen verfertigten Dutzend ausstellte, hierauf aufmerksam ge- macht. Dieses Bild war nach einem Jahr noch in einem leidlichen Zustande, während ein zweites, das ich eingerahmt an die Wand gehängt hatte, schon viel früher einen olivbraunen Ton annahm; der Rest des Dutzends, weleber verpackt aufgehoben wurde, war schon nach kurzer Zeit gelb geworden. Hier- aus geht hervor, dass die in den Schaukästen sich befindenden mit Tonfi xirbad behandelten Bilder kein Beweis für die Haltbarkeit derselben sind.

Ueberraschende Resultate erhielt ich bei Proben, welche ich mit den jn getrennten Bäàdern gefärbten Celloidinbildern machte. Auf diese Weise im November 1892 angefertigte Bilder sind heute von ganz frischen Bildern nicht zu unterscheiden. Einige derselben bewahrte ich in einem sehr feuchten; Wässerungsraum auf, audere liess ich den ganzen Sommer dem Regen und der Sonne ausgesetzt und bemerkte selbst bei denjenigen Bildern, deren untere Hälfte ich mit schwarzem Papier verdeckte, sogar in dem Rosa- oder Pensé- Grundton nicht den geringsten Unterschied der beiden Hälften. Nach der Er- fahrung, welche mit dem früheren Kollodionpapier gemacht worden sind, ist wohl mit Sicherheit anzunehmen, dass die Haltbarkeit der mit getrennten

Bädern getonten Celloidinbilder eine sehr grosse ist. Ich besitze von mit