38 Deutsche Photographen-Zeitung 1894.
letzten Versammlungen der französischen physikalischen Gesellschaft zu Paris legte Lippmann die neuesten. phieen vor. abgesehen, erregten besonders nommenen Portraits, und zwar das eines kleinen Maädchens, das eines Officiers, dessen Tressen und Uniformknöpfe sind, und das eines von Flaschen und Gläsern, die mit verschieden gefärbten Flüssigkeiten gefüllt sind, umgebenen Chemikers, allgemeine Aufmerksambeit. Auf den verschiedenen Abzügen ist die Fleischfarbe mit vollkommener Wahr- heit und Weichheit wiedergegeben; alle Farbentöne sind von einem ganz beson- deren Glanz, Reinheit und Reichthum. eigenthümliche Farbennuancen; 8o zeigt bei dem Portrait des jungen Mädchens der an den Hut geworfene Schatten jenen leichten, grünlichen, für das Licht im Freien, in der Nähe von Bäumen, charakteristischen Reflex.
nach seiner Methode angefertigten Photogra- gelungenen Landschaften
bewunderungswürdiger Weise nach der Natur aufge-
Von in die ersten farbigen,
mit ibren Metallreflexen wiedergegeben
Man beobachtet an den Bildern ganz
Diese Resultate sind sehr bemerkenswerth, aber vorläufig nur noch Labora-
toriumsversuche und-Erfolge. Für die Praxis ist die Methode noch nicht reif,
weil die jetzigen, empfindlichen Präparate noch zu wenig baltbar sind und zu ungleiche Ergebnisse liefern, ohne dass es bis jetzt gelungen ist, die Ursache dieser Anomalien zu ergründen.
Man darf auch übrigens nicht vergessen, dass die Photographie der Farben auf Papier vorläufig nicht möglich ist und wahrscheinlich anch nie möglich werden wird. Die Farben sind nur auf Glas zu erreichen und nur sichtbar, wenn die Platte zu dem Auge der betrachtenden Persönlichkeit in die richtige
Lage gebracht wird. (Aus„Pillustration“, übersetzt von Berghaus, Major a. D.)
Fragekasten.
Fragen.
1109) Während des Tonprocesses beim Celloidinpapier(Rhodanbad) setzt sich ein Nieder- schlag auf die Fingernägel fest. Wie ist derselbe zu entfernen, ohne die Haut zu verletzen? 1110) Was versteht Prof. Lainer in seinem Aufsatz über Mattlack unter dem Ausdruck
„künstlicher“ Asphalt? Dass es zwei Arten Asphalt giebt, den syrischen, zu Copirzwecken dienlichen, und den ordinairen Asphalt, ist mir bekannt. (Oder: was ist der Unterschied zwischen künstlichem und syrischem Asphalt?) 1111) Wie ist die von Herrn Hupfauf in Wien in letzter Zeit in irgendeiner Zeitung mitgetheilte Methode zur Entwicklung von Liniennegativen auf Trockenplatten? W. M. 1112) Wie fertigt man Photographieen auf Elfenbein und wie werden dieselben am besten übermalt? Antworten. . zu Frage 1107) Die zweite Nummer dieses Jahres enthält noch keine Antwort. auf die in der ersten gestellten Frage 1107; ich peeile mich deshalb, Ihrem Gutachten anheim Zzu stellen, meine gegenwärtige zu veröffentlichen; absichtlich lockere ich aber nur den Knoten, welchen der Auskunft-Suchende zu fühlen meint, denn der Fragesteller hat da eine Sache be- rührt, die sich nicht in starre Formeln zwängen lässt, und wobei die persönliche Veranlagung
des Ausübenden in erster Linie in Betracht kommt. Ihr Correspondent würde die gleiche Ant-
wort erfahren, wenn er wissen wollte, ob harte oder weiche Negative für diesen Zweck vorzu- ziehen seien.
Jedweder Unterton verändert den Werth einer darüber gelegten Farbe und der zu wäh- lende photographische Ton steht zunächst in directer Beziehung zu dem zu erreichenden Fleischton, wobei es immerhin Aufgabe des Malers bleibt, den ersteren sachverständig mit zu benützen. Was die gelungenen Tiefen betrifft, so ist der Fragesteller wahrscheinlich durch die Geschick- lichkeit des Künstlers, dessen Arbeiten er in Frankfurt bewundert, hat, über stattgehabte Schwierigkeiten hinweggetäuscht worden. Im Allgemeinen, sowie im Besonderen empfiehlt es sich, schon im Momente der Vorbereitung des Negativs zum Copiren, Denjenigen, dessen Rolle
es ist, den Schlusseffect zu erzielen, zu Rathe zu ziehen. Juvavius.
Nr. 4.
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