Jahrgang 
1894
Seite
33
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Nr. 4. Deutsche Photographen-Zeitung 1894. 33

c) Proben von Celloidinpapier der Firmen Dr. Krügener, Bockenheim, Antonetty, Cöln a. Rh., und Colby& Co., Zwickau, welche zu Versuchen an die An- wesenden vertheilt werden.

Herr O. Stiegler, Hamburg, legt ein Portrait auf Platinpapier vor, welches durch seinen warmen, schönen Ton besonders anspricht. Das Papier ist bei der Firma Benque& Kindermann erhältlich und soll sich namentlich durch die angenehme, leichte Behandlung besonders auszeichnen.

Das Programm für die nächste Wanderversammlung in Rendsburg wird im nächsten Monat durch die Zeitung bekannt gemacht. Als Ort der nächsten allgemeinen Vereinsversammlung wurde Hadersleben gewählt.

Nachdem noch unser Deputirter in Sachen der Sonntagsruhe, Herr Petersen, Kiel, über diesen Punkt referirte das Wesentlichste ist den Mitgliedern durch die Zeitung genügend bekannt geworden. war es auch namentlich recht interessant, zu hören, wie derselbe uns einen Einblick in die grossartige Einrichtung des Hofphotograph Schaarwächterschen Ateliers in Berlin gab. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen und es wurde in corpore nach Herrn

Otto Koch, Geschäftsführer.

Ueberschauender Bericht über die Hildesheimer Ausstellung,

nach dem am 25. August 1893, am Schlusse der Wanderversammlung in Hildesheim, gehaltenen Vortrage.(Fortsetzung.) Von Bruno Meyer.

Ich will von dieser in vieler Beziebung interessantesten Gruppe der Stiftungen nicht scheiden, obhne noch eine sie alle gemeinsam betreffende Be- merkung zu machen. Es sind überall eine solche Menge von Bewerbern in den Kampf eingetreten, dass das Preisgericht sieh stellenweise in tödtlicher Verlegenheit befunden hat, um die vorgeschriebene Reibenfolgenach der Werthigkeit unter den eingegangenen Sachen festzustellen. Wir sind uns stets bewusst gewesen, dass wir nicht auf eine unbedingte und unanzweifelbare Gerechtigkeit in jedem einzelnen Punkte dieser unserer Entscheidungen An- sprach machen können. Die in Betracht, kommenden Gesichtspunkte sind zu mannigfaltig und ihre gegenseitige Abwägung zu sehr Sache der subjectiven Entscheidung, dass nicht die gleiche Anzahl anderer, durchschnittlich ebenso berufener Preisrichter sollte mit ganz gleicher Berechtigung zur Aufstellung einer nicht unwesentlich abweichenden Reihenfolge gelangen können. Jeden- falls wird es als eine Härte empfunden werden, dass nur ein, höchstens in einem Falle zwei Bewerber einer Auszeichnung haben theilhaftig werden können, alle übrigen haben leer ausgehen möüssen. Es liegt das eben im Wesen der besonderen Ausschreibungen, wie ich schon vorhber erörtert habe; und die Betroffenen müssen diese Unannehmlichkeit als ein Aequivalent für den meines Erachtens weit überwiegenden Vortheil in den Kauf nehmen, dass ihnen überhaupt eine solche Arena des Wettbewerbes eröffnet worden ist. Und sie sollten sich wie alle Aussteller daran gewöhnen, es als eine nur im àussersten Nothfalle nachzulassende Nothwendigkeit anzusehen, dass sie ihre Arbeiten sich auf der Ausstellung selber ansehen. Dann würden auch Diejenigen, die bei der Preiszuerkennung übergangen werden mussten, nicht ohne wesent- lichen Gewinn von ihrem Unternehmen zurückkommen. Sie würden ausser- ordentlich viel aus dieser Ausstellung lernen können, indem sie durch Vergleiche jhr Gefühl dafür schärfen, wo so zu sagen die gewöhnliche Arbeit aufhört und das Ausstellungsfähige anfängt. Es ist Demjenigen, der nicht aus seinem Kreise heraus kommt, und der in dem gewissermaassen handwerksmässigen Betriebe seines Berufes befangen ist, schwer fühlbar zu machen, wo eigentlich die zu- rechnungsfähige Leistung des Photographen im höheren Sinne anfängt. Nun ist leider nicht anzunehmen, dass gerade viele Bewerber um die Stiftungen in unserer Mitte sich aufhalten werden; aus diesem Grunde ist es sehr erfreulich,